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Neuss
Bücher-Tipps für den Vorlesetag

Neuss. Es ist nie zu früh oder zu spät, mit dem (Vor-)Lesen zu beginnen und Geschichten und Bilder beim Erzählen lebendig werden zu lassen. Der heutige bundesweite Vorlesetag will dazu animieren. Wir haben Tipps für Bücher gesammelt. Von Helga Bittner

Natalie Ochmann ist Fachfrau, als Bibliothekarin zuständig für die Kinder und Jugendbuchabteilung der Stadtbibliothek und als Mutter einer sechsjährigen Tochter zuständig auch fürs Vorlesen. "Das ist eine Exklusivzeit für Eltern", sagt sie und weiß auch um die grundsätzliche Bedeutung des Vorlesens: "Kindern, denen viel vorgelesen wurde, fällt das Lesen- und Schreibenlernen in der Regel leichter." Aus der großen Fülle der Bücher für die Altersgruppen bis zu den Zehnjährigen hat sie zum heutigen bundesweiten Vorlesetag Beispiele herausgesucht.

0 bis drei Jahre "Bücher sind für Babys noch Spielzeug. Fühlbücher, dicke Pappbilderbücher mit abgerundeten Ecken eignen sich hervorragend zum Entdecken", sagt sie und empfiehlt drei Bücher. "Das kleine Buch der Farben" von Charles Faustin, weil es neben den Farben auch Werte wie Freundschaft vermittelt. "Der Bauer ist weg! Mäh! Muh! Quäck!" von Anne Vittur Kennedy ist ein Buch mit wenig Text, aber ganz vielen Tierlauten, die auch den Erwachsenen Spaß machen. "Großer, kleiner Tiger" von Jan Birck erzählt die Geschichte eines kleinen Wesens, das sich unter den Großen behaupten muss.

Drei bis sechs Jahre "Kinder in diesem Alter haben bereits viele Wörter sprechen gelernt, stellen Fragen und hören gerne längere Geschichten", sagt sie und hat für dieses Altersgruppe gleich sechs Tipps auf Lager. "Guck mal, wer da ist! Im Weltraum" ist ein Buch mit vielen Gucklöchern und Klappen. Es lässt Kinder Geheimnisse entdecken. Für "kleine Entdecker" ist auch das "Mitmachbuch" von Hervé Tullet geeignet: "Im ersten Moment sieht es ganz normal aus, aber wenn man das macht, was das Buch sagt, passiert eine Menge", verspricht Ochmann. "Heule Eule Nein - ich lasse niemand rein!" von Paul Friester gehört nach ihrer Erfahrung zu den beliebtesten Kinderbüchern, denn es spiegelt die Lebenswelt der Kleinen. Mama Eule ist kurz weggeflogen, um das Abendessen zu besorgen. Vorher hat sie der kleinen Eule aber noch das Versprechen abgenommen, ja niemanden reinzulassen. Dumm ist nur, wenn es Mama ist, die draußen klopft. Auch Märchen gehören für Natalie Ochmann unbedingt zum Vorrat an Vorlesebüchern dazu. Zum Beispiel "Rotkäppchen" von den Gebrüdern Grimm. Und ebenfalls nicht fehlen darf "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat" von Werner Holzwarth. "Ein Klassiker, der mit seinem Witz bis heute viele Kinder erfreut", sagt sie. Zweisprachige Bücher wie "Zuhause kann überall sein" von Irena Kobald passen mit der Geschichte über ein Mädchen, das aus seiner Heimat fliehen musste, und als deutsch-arabische Ausgabe sehr gut zur aktuellen Gesellschaftslage. "Das Buch erzählt auch jüngeren Kindern nachvollziehbar, wie schwer es ist, in ein neues Zuhause und eine neue Sprache hineinzufinden."

Sechs bis zehn Jahre "Selbst wenn jetzt das eigene Lesenlernen im Vordergrund steht, ist das Vorlesen immer noch sehr wichtig" meint Ochmann, "denn gerade jetzt brauchen die Kinder Unterstützung, damit sie die Freude am Lesen und an Sprache nicht verlieren." Aus der "Superleser-Reihe" empfiehlt sie das Buch "Julia March: Lego Ninjago - Ninja in Gefahr", weil es eine "spannende Geschichte in sehr klarer Gliederung, einfachen Wörtern und kurzen Sätze mit extragroßer Schrift erzählt". Mit Blick auf "Bibi &Tina - Meine schönsten Vorlesegeschichten" erklärt sie: "Bekannte Figuren aus Film und Fernsehen eignen sich immer um das Interesse von Kindern im Schulalter zu wecken." Und als Klassiker sind die Geschichten der Olchis unverzichtbar. "Die grünen Wesen leben im Müll, machen vieles, was man eigentlich nicht tut, und dabei fühlen sie sich rundum wohl."

Quelle: NGZ
 
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