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Schützenfest in Neuss 2017
Ein König für die "besten Schützen der Welt"

Neusser Schützenfest: Das Königsvogelschießen 2017
Neusser Schützenfest: Das Königsvogelschießen 2017 FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Georg Martin vom Schützenlustzug "Die Oberjä(h)rigen" beendete mit dem zehnten Schuss die Königshoffnungen seiner drei Mitbewerber. Von Christoph Kleinau

Die erste Frage aus dem Kameradenkreis galt am Dienstagmorgen dem Tagesgewicht des Kandidaten. 82,7 Kilo hatte der daheim im Badezimmer abgelesen, und genau die galt es am Abend für Christian Stoffels und Robert Dickmann auf der Festwiese hoch über die jubelnde Menschenmenge zu stemmen. Denn ihr Kamerad Georg Martin hatte sich im Ringen mit drei Mitbewerbern mit dem zehnten Schuss die Würde des Neusser Schützenkönigs gesichert und "Die Oberjä(h)rigen" aus der Neusser Schützenlust zum ersten Mal seit Gründung der 21-köpfigen Gemeinschaft im Jahr 1978 zum Königszug im Neusser Bürger-Schützen-Regiment gemacht.

"Ich gönne es ihm so", sagte Paul Neuhäuser, der bislang einzige Königsbewerber aus diesem Kreis, der schon mit einer anderen guten Nachricht in den letzten Festtag starten konnte: Erich Heiden, seit sieben Jahren Oberleutnant des Zuges, war am Morgen aus einem bayerischen Krankenhaus entlassen worden - und auf dem Heimweg.

Das Neusser Schützenfest 2017 | Die Parade

Um das spektakuläre Schießen zu sehen, das sich die vier Bewerber an der Vogelstange lieferten, war das allerdings zu spät. Das hätte mit etwas Glück Bernd Herten vom Grenadierzug "Nix als Trabbel" entscheiden können, denn er platzierte mit dem achten Schuss einen echten Wirkungstreffer. Nachdem Thomas Gondorf vom Hubertuszug "Götz von Berlichingen" den neunten Treffer platziert hatte, war der Klotz im Kugelfang der Länge nach gerissen. Den Rest sprengte Martin mit dem zehnten Schuss regelrecht auseinander. Jochem Kirschbaum vom Schützenlustzug "Schwemmböxges" konnte danach nur noch gratulieren. Er wäre im Anschluss an der Reihe gewesen, wenn nicht...

Neuer Schützenkönig auf der Festwiese vorgestellt

Schützenpräsident Thomas Nickel stellte den neuen König bei der Proklamation gleich im Anschluss an das Schießen der Menge auf der Festwiese vor: Der 59-Jährige wurde in Düsseldorf geboren und ist Jurist. Die Frau an seiner Seite heißt Angelika Kunz, zur Familie gehören vier erwachsene Kinder. Die neuen Schützenmajestäten leben an der Eintrachtstraße. Dort schellten noch am Montagabend, nachdem die Nachricht von der spät erklärten Kandidatur die Runde gemacht hatte, Nachbarn an, um ihm dazu zu gratulieren. "Aber da lag ich schon im Bett", sagt Martin, der sich noch im Angesicht der Vogelstange tiefenentspannt zeigte.

Georg Martin war neben Thomas Gondorf, der schon im Juli als erster Bewerber aus der Deckung getreten war, der zweite Debütant an der Vogelstange. Jochem Kirschbaum war schon 2006 und 2007 angetreten, Bernd Herten im Jahr 2015. Beide erlebten den gestrigen Tag ganz unterschiedlich. Im Unterschied zu damals, sagt Kirschbaum, gab es viel mehr Reaktionen auf die Bewerbung - vor allem dank Medien wie Facebook. Dieser Zuspruch trug ihn durch den Tag. Bernd Herten dagegen gab unumwunden zu: "Die Anspannung ist heute größer." Und als die von ihm abfiel, flossen sogar Tränen der Enttäuschung.

Mit dem Vogelschuss endete das Amtsjahr von Schützenkönig Christoph Napp-Saarbourg. Der dankte in bewegten Worten für eine "Reise durch das Schützenjahr" und kam zu dem Schluss: "Ihr seid die besten Schützen der Welt."

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Diese vier Kandidaten traten zum Königsvogelschießen an.

Quelle: NGZ
 
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