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Gilbert Stramm
"Bürgerwehr - das ist vielleicht der falsche Begriff"

Gilbert Stramm: "Bürgerwehr - das ist vielleicht der falsche Begriff"
FOTO: photoesk
Neuss. Mit Ihrem Vorstoß, eine Bürgerwehr für Neuss zu gründen, haben Sie bei Facebook eine große Diskussion losgetreten. Wie geht es jetzt weiter?

Gilbert Stramm Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Begriff "Bürgerwehr" von mir vielleicht falsch gewählt wurde. Es geht mir um eine Art Nachbarschaftshilfe, die sich für ein friedvolles Miteinander einsetzt. Menschen sollten für einander da sein und die Augen offenhalten, wenn jemand in Not ist. Wir sollten darauf achten, dass es Übergriffe wie in Köln nicht auch in Neuss gibt - und bei verdächtigen Beobachtungen Zivilcourage zeigen und die Polizei rufen statt vorbeizulaufen. Wie es weitergeht, werden wir in Ruhe überlegen. Es soll keinen hitzigen Aktionismus geben.

Die Polizei warnt vor Selbstjustiz.

Stramm Selbstjustiz darf es auch nicht geben. Wenn ich sehe, was in manch anderen Facebookforen und Städten los ist, ist das schockierend. Wir sollten keinen Hass schüren, sondern zurück zu sachlichen Diskussionen kommen.

Auch Pegida-Sympathisanten haben sich in die Bürgerwehr-Diskussion eingeschaltet. Zudem wurden Sie zum Teil hart kritisiert.

Stramm Von Pegida und deren Gedankengut distanziere ich mich ausdrücklich. Und mich in eine rechte Ecke zu drängen, ist absurd. Ich bin Mitglied der Linkspartei, halte nichts davon, Menschen nach Nationalitäten zu beurteilen und setze mich für ein friedliches Miteinander ein. Mein Ziel ist es, kreative und pazifistische Menschen, die Neuss und das Brauchtum hier lieben, zusammenzubringen. Gemeinsam sollten wir unseren Teil dazu beitragen, dass unsere Stadt sicher bleibt.

Bei Facebook wird über ein erstes Treffen diskutiert.

Stramm Das behalten wir im Blick. Aber noch gibt es keinen Termin.

ANDREAS BUCHBAUER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: NGZ
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