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Neuss
CDU schließt die Öffentlichkeit aus

Neuss: CDU schließt die Öffentlichkeit aus
Versteht den Parteivorstand nicht mehr: Heinz Sahnen. FOTO: woi
Neuss. Die "schonungslose Aufarbeitung" des Wahldesasters soll nun intern erfolgen. Von Ludger Baten

Die CDU hat das Rathaus verloren. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wird kein Christdemokrat Neusser Bürgermeister sein. Reiner Breuer (SPD) verpasste mit 54,1 Prozent der Neusser CDU und ihrem Kandidaten Thomas Nickel (36,3 Prozent) eine historische Niederlage - so wenig Neusser gaben noch nie der CDU ihre Stimme.

Der schmerzliche Wahl-K.O. werde schon bald "schonungslos" aufgearbeitet, kündigte Parteichef Jörg Geerlings an; dabei dürfe es "keine Tabus" geben, ergänzte sein Stellvertreter Tobias Goldkamp. Zum großen politischen Reinemachen sind die 1500 Neusser Christdemokraten am Mittwoch (30.) aufgerufen; um 19 Uhr geht es in der Mensa der Internationalen Schule (ISR) am Konrad-Adenauer-Ring los.

Die Transparenz endet aber bereits an der Saaltüre, denn auf Beschluss des Parteivorstandes, so bestätigte gestern auf Anfrage Parteichef Geerlings, werde die Öffentlichkeit nicht zu gelassen. Auch Redakteuren der örtlichen Medien ist der Zutritt verwehrt. Begründung: Eine ehrliche Aussprache müsse auch einmal intern und ohne Beobachtung von außen möglich sein.

Als "Blödsinn" und "Kindergarten-Niveau" wertet CDU-Serienwahlsieger Heinz Sahnen das kollektive Einigeln seiner Parteispitze. Der ehemalige Stadtverbandsvorsitzende bereitet derzeit einen Antrag für Mittwoch vor. Darin fordert er den derzeitigen Vorstand auf, die Verantwortung für die Wahlniederlage zu übernehmen, eine Generalversammlung mit Neuwahlen für das erste Quartal 2016 einzuberufen und dann geschlossen zurückzutreten: "Wer meint, er könne der Neusser CDU für die Zukunft dienen, der kann sich ja dann erneut dem Votum der Mitglieder stellen." Nach Vorstellung von Heinz Sahnen soll ein unabhängiges Fünfergremium die Vorstandswahl vorbereiten.

Quelle: NGZ
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