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Neuss
CDU-Vorsitz: Werhahn fordert Geerlings heraus

Neuss: CDU-Vorsitz: Werhahn fordert Geerlings heraus
Neues aus dem Schwarzwald. FOTO: Wilfried Küfen
Neuss. Wenn die CDU bald einen Vorsitzenden wählt, dann kandidiert Michael Werhahn. Ob auch Amtsinhaber Jörg Geerlings antritt, ist offen. Von Ludger Baten

Es gibt eine personelle Alternative zu Jörg Geerlings (43), der seit 2005 die Neusser CDU führt. Gestern kündigte der Kaufmann Michael Werhahn (65) in einem Gespräch mit Journalisten an, dass er sich auf dem Wahlparteitag im Frühjahr für das Amt des Vorsitzenden bewerben wird: "Ich habe mich auf Nachfrage trotz meines Alters zur Verfügung gestellt, weil mir die größten Wahlchancen zugerechnet werden."

Den neuen Spitzenkandidaten der parteiinternen Opposition stellte dessen Mitstreiter Dieter W. Welsink als "Kopf der Geschichte" vor, also als Anführer eines Teams, dem neben Welsink auch Jutta Stüsgen und Sebastian Ley angehören. Laut Werhahn sei die Kandidatur unter anderem mit den Vorsitzenden Welsink (Kreis) und Helga Koenemann (Stadt) abgestimmt; Persönlichkeiten wie Martin Flecken, Cornel Hüsch, Karin Kilb und Yasar Calik seien zur Mitarbeit im Vorstand bereit. Gleichzeitig sprach Werhahn eine Einladung an den amtierenden CDU-Chef Geerlings und seine bisherige Führungsmannschaft aus, im dann von ihm geführten Vorstand mitzuwirken: "Wir sind offen für deren Mitarbeit in einer besseren Teamkultur." Auch mit den beiden Stellvertretenden von Geerlings, Tobias Goldkamp und Andreas Hamacher, seien "werbende Gespräche" geführt worden, "programmatisch sind wir doch alle nicht weit weg voneinander".

Michael Werhahn (2. v. r.) und sein Team mit Sebastian Ley (v. l.), Jutta Stüsgen und Dieter Welsink wollen für den CDU-Vorstand kandidieren. FOTO: Woi

Ob sich Jörg Geerlings von der parteiinternen Opposition um Werhahn einbinden lässt, bleibt offen. Sollte er sich erneut als Vorsitzender zur Wahl stellen, würde es zum direkten Duell kommen. Werhahn: "Wenn Jörg Geerlings meine Einladung annimmt, begrüße ich das. Wenn er aber die Kampfabstimmung sucht, dann werde ich nicht davor zurückschrecken."

Jörg Geerlings reagierte gestern gelassen auf die Ankündigungen zur Kandidatur von Michael Werhahn, mit dem er mehrere vertrauliche Gespräche geführt habe. Er werde dessen Entscheidung und Persönlichkeit auch nicht kommentieren, sondern: "Ich kümmere mich um unsere erfolgreichen Stadtteilkonferenzen und arbeite inhaltlich."

Spätestens seit der verlorenen Bürgermeister-Wahl im September ist für die Neusser CDU nichts mehr, wie es war. Erstmals regiert mit Reiner Breuer ein Sozialdemokrat im Rathaus. Die CDU, die zuvor schon das Landtagsmandat (2012) verloren hatte und bei der Ratswahl (2014) erstmals unter die 40-Prozent-Marke gerutscht war, leckt seither ihre Wunden. Unüberhörbare Teile der Basis fordern den personellen Neuanfang. Thomas Nickel, er hat gegen Breuer verloren, übernimmt Verantwortung und tritt als Erster Stellvertretender Bürgermeister zurück. Designierter Nachfolger ist Sven Schümann (37). Ein Beitrag zum Generationswechsel.

Am Parteichef perlte aber die Kritik ab. Auch, weil sich bisher kein Mitbewerber um den CDU-Vorsitz erklärte. Geerlings Versuch, die für das erste Quartal 2016 angedachte Vorstandswahl auf Anfang Dezember vorzuziehen, scheiterte. Die Mitglieder nahmen die Neuwahl von der Tagesordnung. Damals fehlte noch eine personelle Alternative. Die glauben die Geerlings-Kritiker nun in Michael Werhahn gefunden zu haben. Der ist 65 Jahre alt und somit kein Beitrag zum Generationswechsel. Er will vielmehr unverbrauchten Kräften in seiner zweijährigen Amtszeit den Weg über einen Kulturwechsel ebnen und nennt als Beispiel die Entscheidung über die bevorstehende Landtagskandidatur. Er kündigt einen sauberen Umgang mit den Interessen aller Bewerber an, "ohne vorherige offene oder versteckte Absprachen".

Quelle: NGZ
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