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Figur aus Star Wars
Chewbacca geht in Neuss zum Friseur

Star Wars: Wenn Chewbacca zum Friseur geht
Neuss. Für Friseurin Melanie Weiler war es kein gewöhnlicher Besuch. Star-Wars-Kultfigur Chewbacca ließ sich nun in Neuss die Haare schneiden. Wir erzählen die Geschichte dahinter. Von Simon Janssen

Mit Friseurbesuchen hat Arne Schmitz nicht viel am Hut. Vor rund 20 Jahren ließ der Glatzenträger zuletzt fremde Hände an sein Haupt. "Ich rasiere selber", sagt der 45-Jährige. Doch am Donnerstag war Schluss mit der Salon-Abstinenz. Gleich mehrere Stunden verbrachte der Polizist in der Super-Cut-Filiale im Rheinpark-Center. Doch bevor Schmitz im Friseurstuhl Platz nahm, verwandelte er sich - und zwar in die Star-Wars-Kultfigur Chewbacca.

Anderthalb Jahre hat der 45-Jährige für die Anfertigung des täuschend echten Kostüms gebraucht. Nahezu täglich fummelte er die langen Kunsthaare in minuziöser Kleinstarbeit zusammen. Unter dem "Fell" befindet sich nur ein dünnes Netz. Das Problem: Nach dem Einflechten mussten die Haare geschnitten und in Form gebracht werden. Chewbacca soll schließlich aussehen wie Chewbacca.

Wie kurz darf's denn sein? Frisörin Melanie Weiler im "Beratungsgespräch" mit Chewbacca. FOTO: Berns Lothar

Ein Fall für einen Profi. Ein Fall für Melanie "Melli" Weiler. Die 27 Jahre alte Salonleiterin überlegte nicht lange, als Arne Schmitz mit dem skurrilen Wunsch auf sie zukam. "Ich habe extra meine alte Effilierschere mitgebracht, weil es sich um Kunsthaar handelt", erklärt sie.

Da Chewbacca - wegen des Helms und der Schuhe mit hoher Sohle - locker die Zweimetermarke knackt, musste rasch eine Treppenleiter her. Und dann legte Melli Weiler auch schon los. Immer wieder galt es, die schwarz-braunen Haare zusammenzukehren und zu entsorgen. Hier ein Schnitt, da ein Schnitt, regelmäßige Blicke in den Spiegel. Viele Menschen, die zufällig an dem Salon in der zweiten Etage des Rheinpark-Centers vorbeischlenderten, trauten ihren Augen nicht. Zugegeben, ein riesiger Chewbacca beim Friseur erlebt man auch nicht alle Tage. Klar, dass viele das Smartphone zückten, um den Moment festzuhalten. Glaubt einem ja sonst keiner.

Arne Schmitz (45) präsentiert den Chewbacca-Helm kurz bevor es richtig haarig wird. FOTO: lber (1)/jas(3)

Chewbacca-Kostüm ist eines von vielen

Aber wie Star-Wars-verrückt muss man eigentlich sein, um rund 18 Monate an seinem eigenen Chewbacca-Dress zu basteln? Schon ziemlich. Daraus macht Schmitz auch keinen Hehl. Es ist auch nicht das erste Kostüm dieser Art, das er sich maßschneiderte. So besitzt er bereits ein Bikerscout- und einen Sandtrooper-Outfit. "Normalerweise habe ich nur imperiale Kostüme", erklärt der 45-Jährige in feinstem Star-Wars-Vokabular. Chewbacca gehört jedoch zu den Rebellen. Bei der German Garisson - dem weltgrößten Star-Wars-Kostümclub mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedern - dürfte er sich im Rebellen-Look gar nicht erst blicken lassen. Das war Schmitz, der bereits als Kind Fan von "Krieg der Sterne" wurde, aber egal. Er wollte eben mal etwas anderes ausprobieren - und hat nebenbei ein klares Ziel vor Augen: Am 14. Dezember, also zum offiziellen Filmstart des neuen Star-Wars-Films "Die letzten Jedi", möchte er im Düsseldorfer UFA-Palast das Kostüm präsentieren.

Kein alltäglicher Auftrag: Salonleiterin Melanie Weiler (27) schneidet das Chewbacca-Kostüm von Arne Schmitz zurecht. FOTO: lber/jasi

Doch bis dahin gilt es noch eine Lösung zu finden. Denn unter dem dicken Fell wird es tierisch heiß. Auch gestern nahm der 45-Jährige schnell den großen Helm ab: "Nach fünf Minuten läuft mir der Schweiß runter. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal Kühlpads mit."

Quelle: NGZ
 
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