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Neuss
Chor Roundabout singt Geschichten

Neuss. Die beiden Konzerte des Musikschulchors unter Anne Hartkamp waren restlos ausverkauft. Von Jascha Huschauer

Bevor es losgehen kann, werden im Pauline-Sels-Saal die letzten freien Sitzplätze gesucht. Denn die beiden Jahreskonzerte des Jazzchors Roundabout der Neusser Musikschule am Wochenende waren restlos ausverkauft. Als Musikschulleiter Reinhard Knoll den Auftritt ansagt, gibt er reichlich Vorschusslorbeeren für Chorleiterin Anne Hartkamp: "Sie ist eine tolle Jazz-Sängerin, liefert erstklassige Arrangements und ist eine echte Bereicherung für den Chor."

Was er meint, wird schnell klar. Die 50 Sänger von Roundabout bieten einen bunten Blumenstrauß an Musik, meist arrangiert in einer A-cappella-Version. Das Repertoire reicht von Pop und Rock über Rap bis hin zu NDW - neuer deutscher Welle -, aber vor allem gehören Jazz- und Swing-Klassiker dazu. Gesungen wird meist in Englisch.

Zum Einstieg gibt es "We can work it out" von den Beatles - angelehnt an die Version von Stevie Wonder. Der Text führt auch ein in den Abend. Denn die Stücke sollen eine Geschichte erzählen. Immer wieder gibt es daher zwischen der Musik kleine Anekdoten, Interpretationen und Hintergründe zu den Künstlern und ihren Werken. Mehrmals vertreten sind Adele, Stevie Wonder und Duke Ellington. Im Laufe des Abends ergeben ihre Songs einen inhaltlichen Prozess. Erst wird gestritten, dann die Liebe wiedergefunden - bis sie irgendwann doch scheitert. Leid und Schmerz darüber halten an, die Schuld wird bei anderen gesucht. Schließlich kommt es doch noch zur Selbstfindung und zu Feierstimmung, die sich im letzten Lied "Tuxedo Junction" und der Zugabe "Thank you for the music" widerspiegelt.

Dabei werden mit Bedacht auch Piano und Gitarre eingesetzt - vor allem nach der Pause. Anne Hartkamp, die den Chor der Neusser Musikschule seit 1998 leitet, dirigiert dabei mit viel Energie. Das steckt an. Aus den Vorjahren schon bekannt, aber dennoch beeindruckend: die täuschend echte Imitation eines Sommerregens, der sich zu einem Gewitter steigert, und den die Sänger nur mit Schnipsen, Händereiben und Klatschen auf den Oberschenkeln entstehen lassen.

Überhaupt wird es auch fürs Auge nicht langweilig bei diesem Auftritt. Immer wieder gruppieren sich die Sänger neu, bewegen sich rhythmisch zur Musik. Schließlich arbeitet der Chor auch mit einem Bühnencoach zusammen. Die knalligen Farbtöne der Hemden und T-Shirts unterstreichen den lebendigen Eindruck. Am Ende gibt es viel Applaus vom Publikum, das nicht nur aus Familie und Freunden besteht, sondern auch aus vielen Fans, die sich Roundabout im Laufe der Jahre erarbeitet hat.

Quelle: NGZ
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