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Neuss
Christenkonvent - den Glauben im Blick

Neuss: Christenkonvent - den Glauben im Blick
FOTO: Woitschützke Andreas
Neuss. Beim ersten gemeinsamen Konvent von evangelischen und katholischen Christen tauschten sich die Teilnehmer über den gelebten Glauben im Alltag aus. Im Luther-Jahr setzt der Konvent auch ein Zeichen von christlicher Gemeinschaft. Von Rudolf Barnholt

Es war eine Premiere am Samstagvormittag: Knapp 50 Christen, evangelische und katholische, trafen sich im Martin-Luther-Haus zum ersten gemeinsamen Konvent. Es ging um den Austausch zu Glaubensfragen, wobei der Bezug zum Alltag allgegenwärtig war. Eingeladen hatten Oberpfarrer und Kreisdechant Guido Assmann und sein evangelischer Kollege Sebastian Appelfeller. Die Veranstaltung war gut strukturiert, es gab "Themen-Tische" mit je einem Moderator.

Pfarrer Appelfeller war für das Thema "Familie" zuständig, Pfarrer Assmann für den Tisch "Arbeit und Beruf", Cornel Hüsch moderierte am Tisch "Vereine, Parteien und Initiativen", Pfarrerin Annette Gärtner war die Moderatorin für das Thema "Kirchengemeinden" und Susanne Niemöhlmann für die Bereiche "Bildung und Erziehung". Während die Moderatoren blieben, wechselten die übrigen Teilnehmer von Tisch zu Tisch - alle fünf Tische waren zur Mittagszeit voller schriftlich fixierter Anregungen und Wünsche. Appelfeller ging als Moderator und Sprecher seines Tisches auf ein Dilemma ein: "Wir müssen Ressourcen bündeln und lokal vor Ort sein." Es wurde deutlich, dass die christliche "Familie" zusammenrücken muss, es wird um mehr Gemeinsamkeiten gehen zwischen Katholiken und evangelischen Christen, darum, für einander da zu sein.

FOTO: Woitschützke Andreas

"Runter vom Sofa" stand auf einer Karte auf dem Tisch "Vereine, Parteien, Initiativen". Cornel Hüsch fasste zusammen, dass Christen ihre Religion in Vereinen und Initiativen einbringen sollten, katholische und evangelische Christen sollten dabei gemeinsame Sache machen. Am Tisch "Arbeit und Beruf" ging es um die Mühen des Arbeitsalltags, die Religion könne da zur Kraftquelle werden. Weitere Aspekte waren prekäre Arbeitsbedingungen sowie Angst vor Arbeitslosigkeit. Es gelte, am Arbeitsplatz Signale zu setzen, sich zum Christ-Sein zu bekennen und so andere zu animieren, es genauso so tun. "Wir reden immer noch zu wenig miteinander", erklärte Pfarrerin Anette Gärtner. Gemeinsames Abendmahl war da am Tisch "Kirchengemeinden" aufgeschrieben worden. Susanne Niemöhlmann machte deutlich, dass es bei dem Thema "Bildung und Erziehung" auch um Herzensbildung gehe. Eltern müssten unterstützt und in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden.

Assmann zog eine positive Bilanz: "Ich glaube, dass diese Stadt jetzt um 13 Uhr anders aussieht, als sie um 8.30 Uhr ausgesehen hat, und wenn es nur deshalb ist, weil man jemanden kennengelernt hat, den man bislang nicht kannte." Wer möchte, trifft sich am Donnerstag um 18 Uhr im Pfarrzentrum St. Pius. Dann geht es darum, die Ergebnisse zusammenzufassen. "Das soll kein exklusiver Kreis sein, jeder ist herzlich eingeladen", betonte Assmann. Die Teilnehmer des Konvents und weitere Interessierte sollen sich noch vor den Sommerferien im Quirinus-Münster zu einem Vespergottesdienst treffen, um anschließend im Pfarrgarten gemeinsam ein Glas Wein zu trinken.

FOTO: Wikipedia | Lucas Cranach d.Ä.
Quelle: NGZ
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