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Neuss
Cremer-Tosetti-Haus bleibt ohne Nachbarn

Neuss. Noch hat die Verwaltung kein Entwurf überzeugt, wie das Baudenkmal eingerahmt werden könnte. Von Christoph Kleinau

Die Stadtverwaltung hält weiter an der Vorstellung fest, dass das Cremer-Tosetti-Haus, eine ehemalige und denkmalgeschützte Nudelfabrik an der Neustraße, neue Nachbarn bekommt. Das erklärte die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage des CDU-Stadtverordneten Jörg Geerlings. Die Chancen, dass mittelfristig, also in einem Zeitraum zwischen fünf und sieben Jahren, dort gebaut wird, schätzt Planungsdezernent Christoph Hölters allerdings als gering ein. Denn noch habe er keinen Entwurf gesehen, der die Vorgaben für diesen sensiblen Stadtraum erfüllt.

Geerlings hatte bei der Verwaltung noch einmal auf den Busch geklopft, weil es nach einer NGZ-Veröffentlichung im November 2014 wieder still geworden war um die Zukunft des Areals zwischen Neustraße, Hamtorwall und mittelalterlicher Stadtmauer. Damals hatte der Architekt Oliver Ingenhoven eine Studie veröffentlicht, wie er sich - sieben Jahrzehnte nach den letzten Bombennächten - die Heilung dieser "augenfälligsten Kriegswunde im Herzen der Stadt" vorstellen könnte. Diese Studie war aber nur auf der Internetseite des Architekten, wo sie zuerst der SPD-Fraktion auffiel, und danach in der NGZ zu sehen. "Das Projekt ist eine mit der Stadtverwaltung und den Grundstückseigentümern nicht abgestimmte Studie", heißt es aus der Bauverwaltung, die sich deshalb jeder Stellungnahme enthält.

So bleibt Hölters dabei, dass ihm kein Entwurf (offiziell) bekannt ist, der einen Erhalt des Baudenkmals Cremer-Tosetti-Haus beinhaltet. Stillstand aber bedeutet das nicht. Weil nicht nur für Hölters der Platz zwischen Cremer-Tosetti-Haus und Alter Post den schönsten Ortseingang zur Kernstadt bildet, ist das Umfeld des Hauses im Lichtkonzept berücksichtigt, mit dem - aus Mitteln des Innenstadtstärkungsfonds finanziert - die historische Stadtmauer, aber eben auch dieser Platz akzentuiert werden sollen.

Allein das Thema Bauen, das schon 1994 mit einem Architektenwettbewerb aufgerufen wurde, bleibt weiter ohne Ergebnis.

Quelle: NGZ
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