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Neuss
Dachdeckermeister wollen sich von Mitbewerbern abheben

Neuss. Ohne Konkurrenzgedanken tauschen Dachdecker aus ganz Deutschland Ideen aus, die ihre Betriebe effizienter machen sollen.

In Deutschland gibt es rund 12.500 Dachdeckerbetriebe. Zum Teil haben die Unternehmen mit negativen Vorurteilen zu kämpfen. Bundesweit haben es sich deshalb 100 Dachdeckerbetriebe zur Aufgabe gemacht, ihr Image zu verbessern und mit Qualität zu überzeugen. "Wir wollen uns vom Wettbewerb abheben", sagt André Bröker. Der Geschäftsführer der Gesellschaft "100 Top-Dachdecker" war jetzt zu Gast bei einem Treffen von 14 Dachdeckermeistern aus ganz Deutschland im Betrieb von Josef Riemel in Neuss-Hoisten. "Unser Ziel ist es, Ideen auszutauschen - und zwar ohne Konkurrenzgedanken", erklärt Josef Riemel, der den Betrieb schon im Alter von 22 Jahren übernommen hat.

Die "100 Top-Dachdecker" haben sich in den vergangenen Jahren in sechs Gruppen aufgeteilt. Die 14 Dachdeckermeister, die jetzt in Hoisten zu Gast waren, zählen zur ältesten Gruppe, die seit 1997 besteht. Unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stärker" wollen die Dachdeckerbetriebe mit der Zeit gehen und auch größere Projekte in Angriff nehmen, die die Unternehmen alleine nicht leicht realisieren können. "Ganz aktuell tragen wir zum Beispiel Ideen für eine gemeinsame IT-Plattform zusammen. Sie soll einen Rahmen vorgeben, Details sollen von den Betrieben selbst gestaltet werden können", nennt André Bröker ein Thema, das jetzt in einem Seminar besprochen wurde.

Zu den Treffen, die regelmäßig bei unterschiedlichen Dachdecker-Unternehmen stattfinden, zählen auch immer Betriebsbesichtigungen. "Dabei habe ich auf unsere neue Wohnraumfensterausstellung aufmerksam gemacht. Das ist etwas, was sicher auch für andere Dachdeckerbetriebe interessant ist", erzählt Unternehmer Josef Riemel, der auch von anderen Betrieben in der Vergangenheit Ideen für sein Geschäft übernommen hat. "Etwa ein Weihnachtstreffen, bei dem unsere Kunden einen Christbaum geschenkt bekommen. Die Rücklaufquote ist enorm", berichtet der Neusser von einem Marketing-Tipp, der bei ihm seit zwölf Jahren zieht.

Unter den Ideen seien auch viele Kleinigkeiten, die im stressigen Alltag übersehen würden. "Wir hatten bei unseren Maschinen lange Zeit einen großen Verwaltungsaufwand, bis wir jede mit Barcodes versehen haben. Wenn wir sie scannen, können wir genau sehen, wann die Maschine angeschafft wurde und wann sie etwa gewartet werden muss. Auch diese Idee kam aus unserer Gruppe", berichtet Josef Riemel.

(cka)
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