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Serie Neusser Natur
Das Rauschen der Wälder im Mühlenbusch

Neuss. Neuss Marketing und NGZ bieten eine Entdeckungstour durch das rund 300 Hektar große Wald-Areal, das mit seltenen Tieren und Pflanzen lockt.

Neuss und Umland gehören zu den waldärmsten Regionen Deutschlands. Dass es dennoch erholsame grüne Flecken auf der Landkarte der Quirinusstadt gibt, dafür ist der Mühlenbusch eines der besten Beispiele. Rund 300 Hektar groß ist das Wald-Areal im Süden der Stadt. Es bietet zwölf Kilometer an Wanderwegen, ist ausgezeichnet als Fauna-Flora-Habitat und Waldnaturschutzgebiet.

Am Samstag können sich Interessierte zu einer Entdeckungsreise durch den Mühlenbusch aufmachen. Dazu laden Neuss Marketing und NGZ bei der dritten Tour in der Reihe "Neusser Natur" ein. Begleitet werden die Teilnehmer von Diplom-Biologe Joachim Busch. Thema wird vor allem das Spannungsverhältnis von Naturschutzgebiet und Naherholungsgebiet sein.

"Der Wald hat heute viele Funktionen", erklärt Busch. "Einerseits ist er Sinnbild für Heimat, Landschaft und Natur. Andererseits ein Ort für Freizeitaktivitäten aller Art." Darüber hinaus diene der Wald als Wirtschaftsfaktor auch zur Produktion von Holz als Rohstoff und Energieträger. "Der Staat will auch Geld verdienen mit seinem Wald", sagt Busch. Dafür sei ein Eingriff des Menschen in die Natur nötig. "Gleichzeitig wollen wir unsere Natur und die Vielfalt im Wald aber erhalten", betont Busch. Eine Gratwanderung ist das, wie die Besucher bei der Tour durch den Mühlenbusch erfahren können.

So wirkt der Wald im forstwirtschaftlich genutzten Teil sehr aufgeräumt. Dort stehen zum Teil auch vom Menschen gepflanzte Baumarten, die im Mühlenbusch ursprünglich gar nicht vorkamen. Inzwischen gibt es aber auch wieder Abschnitte, in denen Totholz stehen gelassen wird. Der dadurch entstehende Lebensraum sei wichtig für die Artenvielfalt im Wald. Pilze, Flechten, Insekten und Vögel leben vom Totholz oder finden dort ihre Nahrung. Ein weiteres menschgemachtes Problem wird Joachim Busch im Mühlenbusch zeigen: sogenannte Neophyten. Also Pflanzen, die vom Menschen in ein Gebiet gebracht wurden, in dem sie früher nicht heimisch waren. Bestes Beispiel ist die Silberblattnessel. Sie ist im Garten beliebt. Oft gelingt ihr die Ausbreitung auf nahegelegene Wälder, wo sie die einheimische Goldnessel verdrängt. Das ist ein typisches Problem in siedlungsnahen Wäldern.

Neben den Pflanzen soll es aber auch um die Tiere im Wald gehen. "Mal sehen, welche Tiere dann unterwegs sind", sagt Busch. Vor allem Vögel könne man im Mühlenbusch hören. Zuletzt etwa die Waldlaubsänger, eine Vogelart, die aufgrund des Klimawandels immer seltener in diesen Gefilden anzutreffen ist.

Bis Oktober bietet die Reihe "Neusser Natur" alle zwei Wochen spannende Aktiv-Touren an. In diesem Jahr geht es um Neusser Landschaften, Pflanzen und Naturphänomene. Aber auch Tierarten, Gewässer und das Zusammenspiel von Kunst und Natur sollen die in der Quirinusstadt erlebbare Vielfalt zeigen. Die Reihe "Neusser Natur" ist inzwischen die vierte Tourenserie mit Fotowettbewerb. Die schönsten Motive zeigt Neuss Marketing auf seiner Homepage.

Quelle: NGZ
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