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Neuss
Das stressige Leben der Zirkusfamilie Köllner

Neuss: Das stressige Leben der Zirkusfamilie Köllner
Renaldo Traber präsentiert eine junge Python. Im Hintergrund bauen Mitglieder der Zirkusfamilie das bunte Zelt auf. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Seit Mittwoch gastiert der "Circus Salto" in der Stadt und baut sein Zelt auf. Die Direktorenfamilie verbindet mit Neuss etwas ganz Besonderes. Von Sebastian Bergmann

Die vielen Wohnwagen und das große, blau-rot-gelbe Riesenzelt lassen es schon von weitem erahnen: Der Zirkus ist in der Stadt. Auf dem Parkplatz neben der Eissporthalle am Südpark bauen seit Mittwoch die Anhänger des "Circus Salto" das große Zelt samt Tribüne und Manege auf. Während Tyrone Renz mit drei weiteren Mitgliedern der Zirkusfamilie die sogenannten Sturmmasten für das Zelt aufstellt, präsentiert Zirkusjunge Renaldo Traber eine junge Python auf seinem Arm. Zirkussprecherin Natascha Köllner, die Tochter des Direktorenehepaars Bernhard und Karola Köllner, sagt: "So ist das Leben im Zirkus: Es ist immer was los."

2014 war der "Circus Salto" zuletzt zu Gast in Neuss. Natascha Köllner hat nur gute Erinnerungen daran. "Es gibt Städte, in denen tritt man einfach lieber auf. Neuss gehört absolut dazu." Ohnehin scheint es die Quirinusstadt den Köllners angetan zu haben. Schon Vater Bernhard wurde 1963 hier geboren. Und wie es der Zufall so will, erwartet auch Natascha Köllners Schwester Mandy jetzt ihr zweites Kind in Neuss. "Sie liegt derzeit hochschwanger im Lukaskrankenhaus. Das ist schon ein unglaublicher Zufall", sagt die 27-Jährige. "Denn schließlich sind wir fast jede Woche woanders in Deutschland und treten ganzjährig auf." Auch im nahegelegenen Ausland, etwa Holland und Belgien, habe der "Circus Salto" bereist seine Zelte aufgeschlagen.

Die Zirkussprecherin, die selbst als Hochseilakrobatin in der Manege ist, kann sich ein Leben ohne den Zirkus kaum vorstellen. Von klein auf ist sie komplett in das Zirkusleben integriert. "Man wächst einfach dort hinein. Klar ist es ein ganz anderes Leben, als das viele andere Menschen führen", sagt sie. "Aber auch wenn es manchmal anstrengend ist, will ich es nicht missen. Wer einmal Sägespäne in den Schuhen hat, wird sie nicht mehr los."

Besonders großen Spaß machen Natascha Köllner das viele Reisen und die Auftritte vor Publikum. "Die Arbeit mit den Tieren, der Applaus, den man nach einer gelungenen Vorstellung erntet - das macht alles ungeheuren Spaß. Und nach mehr als zwei Wochen an einem Ort packt mich auch schon wieder das Reisefieber", sagt sie. So gut wie nie käme es vor, dass ein Familienmitglied sich dem Zirkusleben zu entziehen versucht. "Eher ist es umgekehrt der Fall: Eine Privatperson verliebt sich in das Leben als Zirkusmensch und möchte mitziehen."

Insgesamt sorgen 23 Artisten aus den Zirkusfamilien Köllner, Traber, Renz und Urban dafür, dass der "Circus Salto" auch in diesem Jahr für beste Unterhaltung sorgt. Das etwa zweistündige Programm steht unter dem Motto "Eine Reise ins neue Jahrtausend". Besucher dürfen sich auf über 50 Tiere, darunter Lamas, Kamele und Schlangen freuen. Auch ein Fakir, Clowns und Hochseilartisten sorgen für Unterhaltung im beheizten Zelt, das Platz für 1000 Leute bietet.

Am kommenden Donnerstag soll die erste Aufführung im Zelt an der Eissporthalle stattfinden. Ob Nataschas Schwester Mandy samt Nachwuchs dann schon dabei sein kann? "Das werden wir sehen", sagt Natascha Köllner und lacht. "Aber als unsere Bauchtänzerin wird sie wohl ausfallen."

Quelle: NGZ
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