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Neuss
Deko-Fachfrau setzt Weihnachten in Szene

Neuss: Deko-Fachfrau setzt Weihnachten in Szene
In der Weihnachtszeit werden Schaufenster und Verkaufsflächen zur großen Spielwiese für Experten in Sachen "Visuelles Marketing". FOTO: woi
Neuss. Damit Kinder vor Begeisterung ihre Nasen ans Schaufenster drücken, tüfteln Marketing-Experten, wie sie Weihnachten in Szene setzen. Von Simon Janssen

Eigentlich ist das ganze Jahr über Weihnachten. Zumindest muss sich Myriam Pressel bereits im Januar mit den Planungen für das Fest beschäftigen. Dann führt sie erste Gespräche mit Lieferanten und schaut, welche von der Marketing-Abteilung in Köln vorgegebenen Gestaltungen in "ihrer" Filiale möglich sind. In der Galeria Kaufhof an der Niederstraße ist Pressel Leiterin für den Bereich "Visuelles Marketing" . Und an Weihnachten wird die Filiale zu einer besonders großen "Spielwiese". Jedes Jahr gilt es, ein anderes Thema optisch umzusetzen. Und zwar nicht nur in den Schaufenstern, sondern über alle Etagen. 360-Grad-Kampagne nennt man das im Marketing-Sprech.

In diesem Jahr lautet das Thema "Von Herz zu Herz - gemeinsam ein Fest". Dazu ziehen sich sechs verschiedene Motive durch die Schaufenster. Sie erzählen die Geschichte von Tieren aus dem Wald, die sonst womöglich nicht zusammenkommen würden, in diesem Jahr aber gemeinsam Weihnachten feiern. Mit von der Partie sind unter anderem Bär, Hase, Fuchs und Eule.

Blickt man auf die Geschenke, die vor ungefähr 40 Jahren unterm Weihnachtsbaum lagen, ist die große Zeitspanne greifbar. Was früher die Spielzeug-Eisenbahn war, sind heute Smartphone und Co. Eines hat sich im Laufe der Jahrzehnte nicht verändert: die Funktion des Schaufensters. "Noch immer drücken Kinder ihre Nase an die Scheiben. Das gab's vor 40 Jahren und das wird es auch in Zukunft geben", sagt Pressel. Rund zwei Wochen dauere es, die Schaufenster zu schmücken.

Dabei hilft auch Adriana Amado Lavos (21) kräftig mit, die derzeit eine Ausbildung im Bereich "Visuelles Marketing" absolviert. "Es macht richtig Spaß, im Schaufenster Kuscheltiere zusammenzustellen, sodass es aussieht, als würden sie miteinander kommunizieren", sagt sie. Aber nimmt man die 360-Grad-Kampagne des Kaufhauses genauer unter die Lupe, dann wird deutlich, dass auch Weihnachts-Marketing mit der Zeit gehen muss. So wurde in diesem Jahr erstmalig eine sogenannte AR-App entwickelt. Auch dort wird eine Geschichte erzählt: Das Tor zum großen Weihnachtsfest im magischen Winterwald ist noch verschlossen. Davor sitzt ein Hase, der nur mit Hilfe des App-Nutzers die vier Schlüssel finden kann. Die Suche nach den Schlüsseln führt die Nutzer der App in die Filiale, wo auf der Verkaufsfläche verschiedene Herzsymbole mit Bär, Hirsch, Fuchs und Eule zu finden sind.

Natürlich befriedigt dieser Schachzug nicht nur die Spiellust, sondern soll auch dafür sorgen, dass der Kunde möglichst durch das gesamte Kaufhaus geführt wird. Darüber hinaus haben die Verantwortlichen einen eigenen Weihnachtsfilm passend zum Thema erstellen lassen. Marketing eben.

"Ich bin seit ungefähr 20 Jahren dabei und bis jetzt hat sich noch kein Thema wiederholt", sagt Myriam Pressel. Aber was passiert eigentlich mit all den Kugeln, Geschenken, Bäumen und weiteren Dekorationen, wenn der Weihnachts-Wahnsinn sein Ende genommen hat? "Dafür haben wir ein eigenes Weihnachtslager", sagt die Abteilungsleiterin. Womöglich wird sie es bereits im Januar wieder betreten, um sich für das nächste Fest inspirieren zu lassen.

Quelle: NGZ
 
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