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Neuss
Den Rhein auf einer Yacht erleben

Neuss: Den Rhein auf einer Yacht erleben
Zwei NGZ-Leser dürfen mit der "My Way" zum Anfahren auf den Rhein.
Neuss. Am 1. Mai starten die Wassersportler in die Saison. Harry Piefer ist dann mit seiner Yacht "My Way" auf dem Rhein unterwegs - und hat dabei zwei Plätze für NGZ-Leser frei. Von Christoph Kleinau

Bevor es richtig offiziell wird, dümpeln die Boote des Neusser Wassersportvereins irgendwo im Industriehafen auf den Wellen. Ein Freizeitkapitän nach dem anderen hat sich mit seiner Yacht in kleiner Fahrt hierhin geschlichen, denn von diesem Sammelpunkt aus soll es in geschlossener Formation zurück in den Sporthafen gehen. Für die Wassersportler markiert diese gemeinsame Tour den Start in die offene Saison, für die vielen Zuschauer, die sich rund um den Sporthafen tummeln, ist es ein Anblick, den es so nur hier und heute zu sehen gibt, beim Anfahren der Wassersportvereine.

Die zurückkehrenden Boote bieten beim Anfahren den schönsten Anblick. Anschließend wird auf Booten und Steganlagen weiter gefeiert. FOTO: A. Woi

Die meisten bleiben Zaungäste, wenn sie nicht über Beziehungen zu einem Platz an Bord kommen. Harry Piefer, Geschäftsführer des Neusser Wassersportvereins, weiß um das Problem - und bietet eine Lösung an: Zum nächsten Anfahren am Sonntag, 1. Mai, will er zwei NGZ-Leser mit aufs Wasser nehmen. "Ich habe ja beim Anfahren fast immer Prominenz an Bord", sagt er augenzwinkernd.

Für Piefer, einen Uhrmacher mit einem Herz für die christliche Seefahrt, gehört das Anfahren zum Jahresritual. 1960 - da war sein Vater noch im Neusser Yachtclub - kaufte sich die Familie ihr erstes Boot. "Seitdem bin ich dabei geblieben", sagt der Neusser, der den Rhein und seine Nebenflüsse zu seinem eigentlichen Sportrevier erkoren hat.

Auf dem Wasser am liebsten unterwegs: Harry Piefer. FOTO: Piefer

Aktuell hält er die Ruderpinne seines Motorkreuzers "My Way" in Händen, den er sich 2009 gebraucht gekauft hat. 230 Pferdestärken des Dieselaggregates sorgen auch in Bergfahrt, also gegen die Strömung, für flottes Fortkommen. Ende Oktober, wenn die offene Saison ausläuft, beendet ein einwöchiger Törn in die Niederlande die Reisezeit. Dort liegt sein Schiff über Winter im Trockendock, zurück holt er die "My Way" spätestens Anfang April. Anfahren vor dem "Anfahren" - auch das hat für Piefer Tradition.

Drei bis vier Wochen im Jahr ist er an Bord und unterwegs. Belgien und Luxemburg, die Niederlande, Nord- und Ostseeküste und vor allem Deutschlands Wasserstraßen bereist er dann. Die vier Kojen unter Deck sind dann seltenst voll belegt. Denn gerade auf den langen Touren seines Schiffes, das im Jahr 2000 in Schweden vom Stapel lief, will es der Skipper für sich und seine Begleitung etwas komfortabel haben. Drangvolle Enge? Bitte nicht.

Das sieht etwas anders aus, wenn für kurze Touren die Leinen losgemacht werden. Wenn es mal eben nach Köln geht, wo ein schöner Abend in der Altstadt an Bord des eigenen Schiffes ausklingt. Diese Ungebundenheit ist für Piefer ein ganz wesentliches Moment seines Hobbys. Aber nicht das Einzige: "Das Schöne am Bootfahren ist, dass man seine Ruhe ebenso finden kann wie die Geselligkeit in den Bootshäusern oder im Verein", sagt er.

Das schließt Arbeitseinsätze an Land nicht aus. Die sind manchmal durchaus eigennützig, wenn zum Beispiel zum Saisonstart die Wasser- und Stromversorgung am Bootessteg wieder aufgebaut werden muss. Aber Ehrensache ist auch, dass vor dem Anfahren im Sporthafen "klar Schiff" gemacht und das Treibgut beseitigt wird, das die Winterhochwasser angeschwemmt haben. Davon, so beruhigt Piefer aber, sind Passagiere beim Anfahren ausdrücklich befreit.

Quelle: NGZ
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