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Neuss
Der bekannteste Bauernhof in Neuss

Neuss: Der bekannteste Bauernhof in Neuss
Aug' in Auge den typischen Tieren eines Bauerhofes begegnen: Dieses Erlebnis vermittelt ein Besuch auf dem Kinderbauernhof. FOTO: L. Hammer
Neuss. In der Reihe "Neusser Natur" bieten NGZ und Neuss-Marketing am Sonntag eine Führung über den Kinderbauernhof in Selikum an.

Stadtkinder in Kontakt zur Landwirtschaft bringen - diese Aufgabe erfüllt der Kinderbauernhof seit nunmehr 36 Jahren. Bekannt ist er weit über die Grenzen von Neuss hinaus. Rund 100.000 Besucher kommen jedes Jahr. Am Sonntag reihen sich auch die Teilnehmer der Tourenserie "Neusser Natur" ein.

Seit April laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen unter der Überschrift "Neusser Natur" dazu ein, die Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln kennen zu lernen. Im Mittelpunkt stehen Neusser Landschaften, Pflanzen und Naturphänomene. Die vorletzte Tour der Reihe nimmt am Sonntag ab 11 Uhr den Hof in Selikum in den Blick. Begleitet werden die Teilnehmer dabei Frank Lammerz. Der 52-Jährige ist Vorstandsmitglied im Förderverein des Kinderbauernhofs und gleichzeitig bei der Stadt Neuss zuständig für den Hof.

Für Lammerz stellt sich vor allem eine große Frage: "Was soll ich eigentlich noch zeigen? Den Kinderbauernhof kennt ja jeder Neusser", sagt er. Schließlich ist der Hof 365 Tage im Jahr für jedermann kostenlos zugänglich. Lammerz will vor allem das Konzept erörtern. Das nähmen viele Leute gar nicht bewusst war. So gibt es etwa keinen Hofladen. "Wir wollen bewusst einen Freizeit-Ort ohne Kommerz bieten", erklärt Lammerz. Auch die Auswahl der Tiere folgt festen Kriterien. So ist eine der Schaf-Rassen auf dem Hof die Skudde. Sie ist seit dem zweiten Weltkrieg im Rheinland heimisch, ihr Bestand jedoch stark rückläufig. Der Grund: Andere Rassen versprechen den Landwirten mehr Gewinn. "Wir wollen noch zeigen, wie Landwirtschaft in Neuss traditionell ausgesehen hat", sagt Lammerz.

Auch die Erweiterung des Geländes soll ein Thema sein. Der Spielplatz ist schon drei Mal vergrößert worden. Neueren Datums sind auch ein Bauerngarten in historischer Form, eine Gärtnerei nahe dem Schloss und ein Wirtschaftsgarten, in dem Kinder lernen können, wie Getreide, Kartoffeln und Erdbeeren wachsen.

Fünf Hektar groß ist das Gelände des Kinderbauernhofes. Rund zehn Mitarbeiter, darunter zwei aus dem Bundes-Freiwilligendienst (Bufdis) und mehrere Ehrenamtler pflegen das Gelände.

Seit 1912 ist der Hof in städtischer Hand, war jedoch bis Mitte der 1970er Jahre für die landwirtschaftliche Nutzung verpachtet. Als die nicht mehr lukrativ war, erinnerte sich die Stadt an eine alte Idee: Kindern Tiere, Pflanzen und Handwerk der klassischen Landwirtschaft näher bringen. Frank Lammerz bringt das pointiert auf einen Satz: "Kinder sollen ein Verständnis dafür bekommen, dass die Kuh nicht lila ist."

Überlegungen, den Namen zu ändern, wurden vor einigen Jahren verworfen. Der Kindbauernhof ist schließlich eine Marke geworden. "Ich treffe immer wieder Eltern mit ihren Kindern bei uns, die als Kinder selbst hier viele schöne Stunden verbracht haben", sagt Lammerz.

Nach dem großen Rundgang erwartet die Besucher noch eine bäuerlich gedeckte Tafel. Im Gespräch sollen Erfahrungen Wünsche und Eindrücke ausgetauscht werden.

Quelle: NGZ
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