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Neuss
Der "Bienenpapst" zu Besuch auf dem Kinderbauernhof

Neuss. Dr. Gerhard Liebig gab Tipps für interessierte Imker. Von Ute Böhm

Eine Biene alleine als Haustier funktioniert nicht, die Blütenbestäuber gibt es nur als ganzes Volk. Wie spannend das Leben der Insekten in der Gemeinschaft ist, erklärte jetzt der Bienenwissenschaftler Dr. Gerhard Liebig am Bienenhaus des Kinderbauernhofs in Selikum. Seit gut zwei Jahren haben Imker des Bienenzuchtvereins Grevenbroich einige Völker am Bienenhaus stehen.

In Kooperation mit dem Förderverein des Kinderbauernhofs ist es nun gelungen, den bekannten Fachmann nach Neuss zu holen. Vor seinem Ruhestand arbeitete er an der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim und forschte besonders zu dem Bienenschädling, der Varroamilbe. Zu Beginn seiner Erklärungen setzten sich einige der Zuhörer lieber noch den schützenden Imkerhut auf. Doch schnell verzichteten sie auf diesen, denn mit dem Schleier kann man nicht gut sehen. Auch die Kinder verloren schnell ihre Angst.

Gerhard Liebig nahm einen Bienenkasten auseinander und erläuterte anhand jedes einzelnen Rahmens, was dort gerade im Bienenstock passiert. Wo legen die Bienen ihre Vorräte an, wo entwickeln sich die Larven und vor allem, wo ist die Königin? "Der Honig ist der Futtervorrat für die Bienen, wenn wir uns den nehmen, müssen wir auch füttern", erklärte Liebig. Das geschieht mit Zuckerwasser und Sirup. Der Tausch sei für die Tiere eher von Vorteil, denn in dem vom Imker gegeben Futter seien weniger Mineralien, die die Tiere wieder ausscheiden müssten.

Seien weniger Ausscheidungen im Bienenstock, könnten sich Krankheitserreger nicht so gut vermehren. Auch zu den Varroamilben hatte er Tipps:. Mit Ameisen- und Oxalsäure richtig behandelt, lassen sich die Milben eindämmen - ohne, dass Bienen und ihr Honig belastet werden, erklärte Liebig. Thomas Krauß vom Bienenzuchtverein Grevenbroich ist begeistert von den Möglichkeiten, die sich auf dem Kinderbauernhof bieten: "Wir sind durch einen persönlichen Kontakt darauf aufmerksam geworden, dass hier Imker gesucht werden. Jetzt stehen von unseren jungen Imkern hier fünf Völker und wir haben noch Platz für mehr."

Quelle: NGZ
 
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