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Neuss
Der Chef ist zufrieden

Neuss. DKN-Dirigent Lavard Skou Larsen selbst eröffnet die neue Spielzeit der Kammerakademie. Es gibt Mozart, Lilburn und Bruckner. Von Helga Bittner

Mit "Klangzauber aus drei Jahrhunderten" eröffnet die Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein (DKN) am Sonntag die Saison - und mit Zahlen, die kaum Wünsche übrig lassen. Schon jetzt meldet die DKN eine Auslastung der neuen Saison von mehr als 85 Prozent. Das macht nicht nur den Herrn der Zahlen, Orchestermanager Martin Jakubeit, glücklich, sondern auch den Chefdirigenten Lavard Skou Larsen. Denn das vergrößert doch wohl auch den (finanziellen) Spielraum für musikalische Projekte, oder?

Skou Larsen lacht laut auf. Und wird dann nachdenklich. "Eigentlich wurden meine Spielräume immer erfüllt", sagt er, "es war manchmal nicht ganz einfach, und es ließ sich auch nicht alles in großer Besetzung machen, aber bisher hat immer noch alles geklappt." Sieben Stipendiaten gehörten fest zur DKN, eine neue Geigerin ist dabei, eine Cellistin wird gehen, so dass Skou Larsen schon jetzt weiß: "Im nächsten Jahr wird es wieder ein Vorspielen geben."

Wenn bei der DKN ein Musiker geht, ist das für ihn weniger mit Bedauern als vielmehr mit Zufriedenheit verbunden. Denn das Kammerorchester dient Musikern am Beginn ihrer Laufbahn zu Pflege und Vervollkommnung ihres Spiels. Wenn also jemand geht, dann in der Regel, weil er ein anderes gutes Engagement beginnt. "Bislang ist auch noch nie jemand hängengeblieben", sagt der Chef, der zugleich auch Geiger ist, und ergänzt: "Aber jeder kommt als Gast gerne wieder zu uns zurück."

Zwei Konzerte im Jahr mit der durch Gastmusiker zum sinfonischen Orchester vergrößerten DKN - dieses Ziel, sagt der Chefdirigent, sei bisher immer erreicht worden. Genauso wie jenes, ein Neusser Abo-Konzert andernorts noch mal zu spielen. Der "Klangzauber" wird heute schon im belgischen Eupen erklingen; das Weihnachts-Programm (6. Dezember) wird von der DKN beim Konzert der Landesvertretung NRW in Berlin am 9. Dezember gespielt; weitere Konzerte der Saison sind nach Frankreich und Österreich verkauft. Nur in der Region tut sich die DKN schwer - so steht etwa ein erneutes Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle auf der Wunschliste.

Überhaupt hat Skou Larsen bei aller Zufriedenheit mit der Entwicklung seines Orchesters noch Wünsche offen: "Mal eine CD-Aufnahme mit einem bekannten und großen Stück wie etwa der Schubert-Sinfonie", sagt er. Oder: "Eine 10-Städte-Tournee wie damals in Brasilien." Gleichwohl freut er sich über das Erreichte. Über die große Resonanz auf die Konzerte im Zeughaus, und auch über das kurz vor dem Abschluss stehende CD-Projekt mit Werken von Michael Haydn.

Seit 2004 ist der gebürtige Brasilianer mit Wohnsitz in Frankreich und Österreich Chef der DKN, sein Vertrag (in dritter Verlängerung) endet nach der Saison 2017/18. Und dann? Skou Larsen lacht. "Das müssen andere entscheiden. Ich lasse es auf mich zukommen, aber ich würde gerne bleiben."

Quelle: NGZ
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