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Neuss
Der "deutsche Meister" der Fitnesstrainer

Neuss: Der "deutsche Meister" der Fitnesstrainer
Der Neusser Chris Ley ist bester Personaltrainer Deutschlands. Einen Mast hinaufzuklettern, ist für ihn kein Problem. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Chris Ley stellte sich einer Jury aus Fitnessexperten und überzeugte mit seinem Konzept: Motivation steht im Zentrum. Von Vera Straub

Die Kunden von Chris Ley sind ganz unterschiedliche Menschen: Der Jüngste ist ein 14-jähriger Motorrad-Leistungssportler, die älteste Kundin ist 82 Jahre alt. Ein 75-jähriger Mann lernt nach einer Krankheit wiederum gerade das Laufen neu. Und ein anderer wiegt 200 Kilogramm und hat Diabetes. Was ihnen allen aber gemeinsam ist: Sie trainieren beim "deutschen Meister der Fitnesstrainer".

Rund 1700 Bewerber aus 43 Ländern stellten sich im Juli einer hochrangig besetzten Fachjury aus Fitnessexperten verschiedener Organisationen, um den begehrten Titel des weltweit besten Personal Trainers zu erhalten. Und mit dabei war auch der Neusser Chris Ley, der nicht nur zum besten deutschen Personal Trainer, sondern auch in die Top 30 der Welt gewählt wurde. "Ich habe mich auf die Ausschreibung,Personal Trainer to Watch 2014' eines Trainingsgeräteentwicklers beworben. Bewertet wurden Kriterien wie etwa das Konzept sowie der persönliche Auftritt und Erfolg", sagt Ley.

Der Personal Trainer hat Zusatzausbildungen in Ernährungswissenschaften sowie Psychologie absolviert und setzt bei seiner Arbeit auf die Langzeitmotivation seiner Kunden. "Eine Diät und ein Sportprogramm, das sechs, acht oder zwölf Wochen dauert, kann jeder schaffen. Wichtig ist es, am Ball zu bleiben, um die eigenen Ziele zu erreichen." Deswegen hat er einen anderen Ansatz: Er arbeitet mit wissenschaftlichen Instrumenten der Universität Ohio, die Aufschluss über die Motive des Menschen geben.

"Die intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun, weil es Spaß macht, Interessen befriedigt oder Herausforderungen darstellt. Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil verspricht oder Nachteile vermeiden will", sagt Ley. Wenn ein Mensch erkannt habe, was ihn begeistert, sei er viel leichter, zu motivieren.

Ein Beispiel: "Ist bei jemandem das Beziehungsmotiv sehr ausgeprägt, ist er ein sozialer Mensch und sollte Sport in der Gruppe machen. Bei einem ausgeprägten Ordnungsmotiv braucht der Mensch eine klare Struktur und Anleitung."

Chris Ley weiß, dass die Nachfrage nach Personal Training steigt, auch bei Firmen. "Sie haben erkannt, dass man Mitarbeiter durch mehr motivieren muss als durch ein schickes Diensthandy, Boni oder einen Dienstwagen. Sie müssen mehr für ihre Mitarbeiter tun, um die Motivation und damit auch die Arbeitskraft zu erhalten. Inzwischen sprechen wir nicht nur über Rückenschmerzen, sondern auch über Burnout und die ,Generation Why', die sich die Frage nach dem Sinn ihrer Tätigkeit stellt."

Deswegen wird Ley oft für Vorträge in Firmen gebucht, die dann seine Leistungen in Anspruch nehmen. "Mit dem Motivationstool kann ich Menschen verstehen, und das wird in Unternehmen immer wichtiger."

Ohnehin sei Zuhören in seinem Beruf wichtig, schnell werde der Personal Trainer mehr als "nur" ein Trainer - er werde zum Freund und Psychologen. "Allerdings will ich, dass meine Kunden auch ohne mich erfolgreich sind. Irgendwann kommt immer der Punkt, an dem sie mich nicht mehr brauchen. Die meisten aber kommen immer wieder zurück, etwa weil sie neue Impulse oder kurzzeitiges Intensivtraining brauchen", so Ley.

Quelle: NGZ
 
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