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Neusser Woche Tour De France In Neuss
Der hasenfüßige Sowohl-als-auch-Beschluss

Neuss. Heute beginnt die Tour de France am Mont-Saint-Michel, in einem Jahr in Düsseldorf. Neuss könnte Teil des Weltrennens werden, doch scheut die Kosten.

Schon Bürgermeister Herbert Napp (CDU) wollte die Tour de France nach Neuss holen. Vor fast zehn Jahren hat sich die Stadt offiziell als Etappenort beworben und jeder wusste - damals wie heute - dass das größte Radrennen der Welt, nicht zum Nulltarif zu haben ist. Hätte Neuss damals den Zuschlag erhalten, wäre eine siebenstellige Summe fällig gewesen.

Was Neuss nicht gelang, schaffte jetzt Düsseldorf. Dort soll in einem Jahr die Tour ihren Anfang nehmen; der Grand Depart ist ein mehrtägiges Spektakel mit Team-Präsentation, Zeitfahren als Prolog und einer ersten Etappe. Wer wissen möchte, was auf Düsseldorf im nächsten Jahr zukommt, der kann sich heute im Fernsehen den Auftakt der Tour 2016 in Mont-Saint-Michel in der Normandie anschauen.

Die Düsseldorfer Initiative ist gut für die Region, auf die drei Tage lang im Sommer 2017 die Sportwelt blicken wird. Es ist richtig, dass Mönchengladbach die Landeshauptstadt in ihrem Bemühen unterstützt und für rund 100.000 Euro die erste Sprintwertung auf der zweiten Etappe auslobt. Nun soll die Tour-Karawane, so schlägt die Verwaltung vor, auf ihrem Weg von Düsseldorf nach Mönchengladbach auch Neuss passieren; 100.000 Euro soll es kosten, dass neben dem Rennen auf Neusser Straßen auch schöne Luftaufnahmen vom Hafen und vom Quirinus-Münster in alle Welt gesendet werden. Und was tun unsere Stadtmütter und Stadtväter? Sie zerreden einmal mehr eine Chance für die Stadt. Die Tour ist willkommen, aber kosten darf es nichts. Dieser hasenfüßige Sowohl-als-auch-Beschluss des Sportausschusses kommt einer Absage gleich - aber selbst für die fehlte einmal mehr der Mut. Wie schon bei der Entscheidung zur Annahme der Jugendstil-Sammlung verbunden mit der Museums-Erweiterung laviert der Rat und am Ende siegt ein kleinkariertes Weltbild über weltläufige Teilhabe. Konsequenterweise sollte der Stadtrat die beiden Löwen im Stadtwappen durch graue Mäuse ersetzen.

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Quelle: NGZ
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