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Neuss
Der Rhein als Gefahr

Neuss: Der Rhein als Gefahr
Der Blick von der Fleher Brücke auf das Wasserwerk Rheinbogen, das durch eine Senke in der Zufahrt fast komplett vom Rhein eingeschlossen ist. FOTO: Hogekamp Lena
Neuss. Für die vergangene Nacht wurde der Höchststand vorhergesagt. Einem Wasserwerk kam der Rhein bedrohlich nahe. Von Simon Janssen (Text) und Lena Hogekamp (Fotos)

9,30 Meter und nicht weiter? Diese Frage konnte gestern Abend noch nicht genau beantwortet werden. Dieser Wert wurde zumindest auf der Internetseite www.hochwasser.rlp.de als Höchststand des aktuellen Hochwassers angegeben. Ab heute soll der Pegel dann voraussichtlich wieder sinken. Das Tiefbaumanagement der Stadt Neuss hatte bereits in der vergangenen Woche Schritte eingeleitet, um sich auf die steigenden Wasserstände vorzubereiten. Unter anderem wurden Uferwege gesperrt, die bei einem weiteren Anstieg nicht mehr passierbar sind.

Aufmerksamen Autofahrern, die gestern die Fleher Brücke passierten, dürfte das Wasserwerk Rheinbogen aufgefallen sein. Dieses war nämlich durch eine Senke in der Zufahrt fast komplett vom Rhein eingeschlossen. Das Werk versorgt 50 Prozent des Stadtwerke-Versorgungsgebietes mit Trinkwasser. Sollte dies bei einem weiter steigendem Pegel in Neuss etwa knapp werden? Stefan Alef, Abteilungsleiter Anlagenplanung und Betrieb bei den Stadtwerken, beruhigt: "Wir könnten das Werk einige Wochen stilllegen und die Trinkwasserversorgung wäre sowohl quantitativ als auch qualitativ gesichert." Im Falle einer Stilllegung würde man auf Trinkwasser aus Düsseldorf zurückgreifen. Der aktuelle Stand habe keine Auswirkungen auf den Betrieb. Dennoch seien im Vorfeld Vorkehrungen getroffen worden. "Wir müssen im Rheinvorland dafür sorgen, dass kein Totholz herumliegt. Das könnte aufschwimmen und einen Damm beschädigen", sagt Alef.

Auch im Neusser Hafen wurden Schutzmaßnahmen getroffen. Und dort kam es bereits am Freitag zu einem Unfall, wie die Polizei erst gestern mitteilte. Ein 36 Jahre alter Schiffsführer übersah um 18 Uhr, dass die Hubbrücke herunter gelassen war und fuhr mit seinem Steuerhaus dagegen. Das Beiboot sowie Teile des Steuerhauses fielen ins Wasser. Zwei auf dem Dach geparkte Autos wurden beschädigt. Durch umherfliegende Glassplitter verletzte sich der acht Jahre alte Sohn des Kapitäns darüber hinaus leicht. An der Hubbrücke entstanden Schäden. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei auf ungefähr 300.000 Euro.

Quelle: NGZ
 
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