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Die Ferienmacher
Der Wassermann fürs Grüne

Die Ferienmacher: Der Wassermann fürs Grüne
Damit Oleander, Geranien und Begonien auch bei heißem Wetter blühen und gut ausssehen, gibt Stephan Hilgers junior (25) ihnen regelmäßig Wasser. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Stephan Hilgers junior ist zusammen mit Tadeusz Kedzierski und einem Wassertankwagen in der Neusser Innenstadt unterwegs, um den Durst von Pflanzen und Bäumen zu stillen. So kontrollieren sich auch den Zustand der Anlagen. Von Susanne Genath

Geduldig hält Tadeusz Kedzierski den Wasserschlauch auf die Tonkügelchen, die in die Erde rund um die Linden vor dem Quirinusmünster eingelassen sind. Drei bis vier Minuten dauert es, bis das Wasser den Boden durchtränkt. "Dann hat ein Baum etwa 100 Liter bekommen", erklärt der 62-Jährige. Die Tonkügelchen - sogenannter Blähton - speichern das Wasser, versorgen die Wurzelballen aber auch mit Sauerstoff. Seit 20 Jahren arbeitet Kedzierski als Gärtner. Für den Garten- und Landschaftsbaubetrieb von Stephan Hilgers ist er regelmäßig mit dem Wasserwagen unterwegs, damit das städtische Grün nicht verdurstet.

Die Firma Hilgers kümmert sich im Auftrag der Stadtverwaltung sowohl um das Wässern von Bäumen als auch die Bepflanzung und Pflege von Blumenbeeten im öffentlichen Raum. "Insgesamt sind es 71 Stellen mit zusammen 141 Bäumen sowie elf Flächen mit wechselnden Blumenbepflanzungen", berichtet Rudolf Westermann vom Amt für Umwelt und Stadtgrün. "Hinzu kommt die Hecke gegen Gänse im Jröne Meerke." Früher habe es städtische Mitarbeiter gegeben, die mit Wasserfässern in Neuss unterwegs gewesen seien. "Heute wird diese Arbeit ausgeschrieben und an Externe vergeben."

Der Betrieb Hilgers hat bereits mehrfach den Zuschlag erhalten. "Eichen brauchen besonders viel Wasser", sagt Firmeninhaber Stephan Hilgers (59). Er ist an heißen Tagen auch am Wochenende mit dem Wasserwagen unterwegs. Grundsätzlich müssen die Pflanzen im Stadtgebiet alle drei bis vier Tage gegossen werden. "Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter die Standorte kennen, sonst geht zu viel Zeit verloren."

Stephan Hilgers junior (25) begleitet Tadeusz Kedzierski auf dem Wasserwagen. Bis zu 3000 Liter fasst der Tank oben auf der Ladefläche. Gefüllt wird er mit Brunnenwasser aus Grimlinghausen. Seit seit rund neun Jahren arbeitet Stephan Hilgers im väterlichen Betrieb mit und will ihn später auch übernehmen. Der 25-Jährige liebt den Job als Garten- und Landschaftsbauer. "Man ist die ganze Zeit draußen und hat immer etwas anderes zu tun", sagt er.

Die vier Linden auf dem Münsterplatz sind versorgt. Nun geht es zum Hamtorplatz vor dem Drusushof. Dort blühen Geranien, Begonien, Heliotrop und Oleander - zum Teil aus eigener Zucht vom Hof Hilgers. Geranien sind auch die Lieblingsblumen von Stephan Hilgers junior. "Ich mag ihren Geruch", erklärt der 25-Jährige. Ein paar Meter weiter, im Kreisverkehr auf dem Benno-Nußbaum-Platz, haben die Gärtner Weihrauch und Tagetes gesetzt.

"Es ist gut, wenn wir mit dem Wasserwagen regelmäßig vorbeikommen", sagt Kedzierski. "Dann sehen wir, wie sie wachsen, aber auch, was geklaut worden ist." So hätten sie vor kurzem auf dem Hermannplatz nur noch die Löcher von 50 gepflanzten Geranien vorgefunden. "Da muss einer jetzt seinen ganzen Balkon voll haben." Doch es gebe auch sehr schöne Momente: "Wenn Fußgänger anhalten und uns loben. Dann freuen wir uns. Denn das bedeutet, dass wir unsere Arbeit nicht umsonst machen."

Quelle: NGZ
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