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Neuss
Der Weg ins selbstständige Leben

Neuss. Das Interesse war groß an der ersten Wohnbörse für Menschen mit Behinderungen, die jetzt im Martin-Luther-Haus organisiert wurde. Von Ute Böhm

Welche Wohnform ist die richtige? Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen stellen sich viele Fragen rund um das Wohnen. Um die Informationen zu bündeln, hatten die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen (KoKoBe) im Rhein-Kreis zum ersten Mal eine Wohnbörse ins Leben gerufen. Im voll besetzten Martin-Luther-Haus erläuterten zuerst die Fachleute die verschiedenen Wohnformen, die Finanzierung und die Wege bis zum Einzug. Auf dem Podium konnten Betroffene konkrete Fragen klären, und die Angehörigen konnten in der anschließenden Kontaktbörse direkt mit potenziellen Anbietern sprechen.

Wenn Menschen mit einer Behinderung den Schritt hinaus aus dem Elternhaus wagen, beginnt ein langer Prozess. Die Mitarbeiter der KoKoBe sind hier Ansprechpartner und Berater. Bis die passende Einrichtung gefunden und alle Anträge bewilligt sind, gehen nicht selten ein bis zwei Jahren dahin, erklärte Alexandra Pawlik in ihrem Vortrag. Unterschieden wird in stationäre Wohnformen, in der grundsätzlich eine Betreuung im Hause ist. Bei ambulant betreuten Wohnformen wird nur Hilfe geboten, wenn sie gebraucht wird. Der jeweilige Bedarf wird in einem Hilfeplan fest gehalten. Dabei geht der Trend hin zu betreuten Wohnformen.

Ganz praktische Fragen stellten unter anderem Schüler der Realschule Südstadt den Mietern von betreuten Wohnformen. Ob man abgeholt werden kann, wenn man abends in die Disco geht, oder ob jemand beim Einkaufen hilft? Das komme immer darauf an, wie viel Betreuung vorgesehen sei, bekamen sie als Antwort.

Auf den beschwerlichen Weg will sich auch Christine Küppers machen. Zusammen mit ihrer Tochter sucht sie langfristig nach der richtigen Wohnform für die Enkelin. "Mir hat das breite Spektrum gut gefallen", erklärte Küppers. "Wir konnten uns grundsätzlich informieren und schon einmal schauen, was für uns in Frage kommen könnte. Schließlich ist es keine leichte Entscheidung, in wessen Hände man das Kind irgendwann gibt."

Quelle: NGZ
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