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Neuss
Der Wurstkönig mit dem amerikanischen Traum

Neuss. Chris Töpperwien wanderte 2011 in die USA aus, um den Amerikanern Currywurst schmackhaft zu machen - und wurde dabei zum TV-Star. Von Simon Janssen

Als Rheinländer hat man es leicht in Kalifornien. Das sagt zumindest Christian Töpperwien: "Die Gemüter sind ähnlich - herzlich und kontaktfreudig." Der 42-Jährige, der seinem Gegenüber stets das "Chris" anbietet, muss es wissen. Schließlich lebt der gebürtige Neusser seit rund fünf Jahren in dem Sonnenstaat. Genauer gesagt in Los Angeles.

2011 hörte er auf sein Bauchgefühl, um sich seinen lang gehegten amerikanischen Traum zu erfüllen. Er gab seine Werbeagentur in Köln auf und ließ sich von seiner damaligen Frau scheiden. Das gemeinsame Haus wurde verkauft. Sein ambitioniertes Vorhaben im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten": den Amerikanern die deutsche Currywurst schmackhaft zu machen. Im Februar 2012 brachte er seinen ersten "No.1 Currywurst Truck" in Betrieb. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der rollenden Restaurants auf insgesamt fünf an.

Der Sender Vox begleitete ihn damals bei seinem teilweise waghalsigen Start in ein neues Leben. In der Sendung "Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" flimmerte er über die Bildschirme der Nation. "Entdeckt" wurde Chris Töpperwien jedoch von Reportern des Sat1-Frühstücksfernsehens. Bei Dreharbeiten in der Filmmetropole erfuhren sie vom auffällig gestalteten Currywurst-Truck des Kölners und begleiteten ihn für eine Reportage über mehrere Tage.

Töpperwiens Foodtrucks gehören mittlerweile jedoch der Vergangenheit an - denn der "Curry-König" will sesshaft werden. In rund zwei Wochen soll seine "Wurst City" in Venice Beach an den Start gehen, um Touristen unter anderem mit typisch deutschem Braten, Grilled-Cheese-Sandwiches - und natürlich Currywurst zu versorgen. "Sie liegt direkt an der Strandpromenade, wo jeden Tag zehntausende Menschen spazieren gehen", schwärmt Töpperwien, der erstmalig auch einen Lieferservice anbieten wird.

Eine direkte Verbindung nach Neuss hat der Auswanderer zwar nicht mehr, "ich fahre aber gerne dorthin, weil es einfach eine schöne Stadt ist", sagt der 42-Jährige, dessen Mutter in einer Neusser Metzgerei gearbeitet hat. Geboren wurde er 1974 im Lukaskrankenhaus.

Die anstehende Eröffnung seiner "Wurst City" ist kein Grund für den tüchtigen Geschäftsmann, seine Fernsehkarriere schleifen zu lassen. Gemeinsam mit seiner Frau Magdalèna Kalley zieht er in das "Sommerhaus der Stars" ein. Ein Format, das RTL ab Mittwoch, 13. Juli, um 20.15 Uhr ausstrahlen wird. In der vierteiligen Show wohnen sieben Promipaare für 13 Tage gemeinsam in einem Haus in Portugal und kämpfen um den Titel "Das Promipaar 2016". Dabei gilt es verschiedene Disziplinen zu erfüllen. Leicht soll es den Promis nicht gemacht werden. So bietet das Haus keine Rückzugsmöglichkeiten. Einige Paare müssen sich Zimmer teilen. Manche Betten sind kleiner, einige Matratzen hart und unbequem. Ein RTL-Format eben.

Töpperwien nimmt die Herausforderung an. "Das Gemeinschaftliche an der Show reizt mich, das meiste in meinem Leben habe ich schließlich alleine gemacht - jetzt ist Teamwork gefragt." Für "Chris" ist es also egal, ob im Fernsehen oder in seinem neuen Restaurant - Hauptsache, es geht um die Wurst.

Quelle: NGZ
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