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Neuss
Derikums Pinguine feiern Jubiläum

Neuss: Derikums Pinguine feiern Jubiläum
Die Pinguine im Derikumer Brunnen gehen auf eine Idee der in Norf geborenen Künstlerin Sybilla Krosch zurück. FOTO: Anja Tinter
Neuss. Pinguine haben in Derikum Tradition: Seit 25 Jahren zieren sie einen Brunnen.

Jeder Bewohner Derikums kennt ihn, zwischen Soumagne, dem Obst- und Gemüseladen und der Bushaltestelle Lahnstraße: den Pinguin-Brunnen. Doch wo kommt der Brunnen ursprünglich her?

Eine Pinguin-Statue gibt es in De-rikum schon seit 1975. Diese fertigte die in Norf geborene Künstlerin Sybilla Krosch an. Die Figur sah allerdings anders aus als heute: Es gab nur einen einzelnen Pinguin aus Kunststoff statt dreien aus Bronze. Die Vögel standen zunächst auch noch nicht im Becken eines Brunnens.

Im Laufe der Jahre haben Wind und Wetter den Kunststoff-Pinguin stark beschädigt. "Der Statue fehlte sogar ein Flügel", erzählt die Stadtabgeordnete Waltraut Beyen. Deshalb wurde diese 1990 vom Gartenamt abgebaut und zur Restaurierung zur Künstlerin nach Den Haag gebracht. Anschließend wurde diese mit Bronze übergossen. Um die künstlerische Darstellung und den Charakter der Tiergruppe zu unterstreichen, wurde ein Brunnen angelegt. "Denn Pinguine brauchen Wasser. Schnee konnten wir ja schließlich nicht das ganze Jahr zur Verfügung stellen", sagt Beyen.

Der Norfer Bezirksausschuss beriet über die Gestaltung und Finanzierung des Platzes "An dem Pinguin". Rund 12.000 D-Mark wurden für die Restaurierung der Pinguin-Gruppe einkalkuliert. Zur Diskussion stand der Vorschlag, dass die Stadt die Hälfte der Kosten dazutun solle, sofern eine Bürgerinitiative die Hälfte des erforderlichen Geldes sammle. Diesen Vorschlag begrüßten die Mitglieder des Bezirksausschusses, "da sich die Pinguin-Gruppe als Wahrzeichen Derikums entwickelt" habe. Mitglied des Fördervereins war unter anderem das Hubertuscorps. Die Gesamtkosten für den Ausbau des Platzes betrugen etwa 112.000 D-Mark. Insgesamt übernahm die Hälfte der Kosten das Land und die andere Hälfte teilte sich die Stadt mit Bürgerinitiativen.

Und warum ausgerechnet Pinguine? Waltraut Beyen erinnert sich ganz klar: "Die Pinguine sind ein Familiensymbol: Die Mutter bleibt bei ihren Kindern und der Vater geht arbeiten." Genau genommen kümmern sich Pinguine in der Natur aber abwechselnd um ihre Jungtiere, während der Partner auf Futtersuche ist. Der Bau des Pinguin-Brunnens hängt laut Beyen jedenfalls mit der Entstehung der Siedlung für die Arbeiter von Alu Norf/Hydro zusammen. Das Unternehmen wurde im April 1965 gegründet und ließ im nahegelegenden Derikum für sie Wohnungen bauen.

Am 3. Juni 1991 wurde die neue Pinguin-Gruppe, bestehend aus einem großen und zwei kleinen Wasservögeln an der Kreuzung Niersstraße/Am Goldberg auf dem umgebauten Platz eingeweiht - ihr 25. Geburtstag steht also vor der Tür.

(schh)
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