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Neuss
Die Bronx liegt an der Jülicher Straße

Neuss: Die Bronx liegt an der Jülicher Straße
Simone Klerx, Jennifer López Ayala, Carola Eggeling, Stefanie Minzenmay und Johannes López Ayala (v.l.) sind das Studio Bronx. FOTO: Stefanie Minzenmay
Neuss. Jennifer López Ayala (Malerei) und Johannes López Ayala (Grafikdesign) haben mit Simone Klerx (Malerei), Stefanie Minzenmay (Fotografie) und Carola Eggeling (Bildhauerei) die Künstlergemeinschaft Studio Bronx gegründet. Von Helga Bittner

Das Haus und die Künstler scheinen aufeinander gewartet zu haben. Wie oft jeder der fünf an der Jülicher Straße 69 vorbeigefahren ist, ohne auch nur zu ahnen, dass die Räume dort seiner harren, lässt sich kaum zählen. Rund zwei Jahre standen sie leer, "und von außen sah man nicht, was das Haus innen bietet", sagen die Künstler Jennifer und Johannes López Ayala. Lichtdurchflutete Räume nämlich, einen kleinen Innenhof mit einem riesigen Bambus, eine große Küche, hohe Decken, große weiße Wände und viel Platz für Ausstellungen im Erdgeschoss sowie private Räume in der ersten Etage.

Die Malerin (inzwischen macht sie vor allem Installationen mit Tausenden von zerbrochenen Eierschalen) und der Grafikdesigner sind auch erst über Fotos aus dem Innern auf einer Immobilienseite auf die Idee gekommen, sich das Haus anzuschauen. "Mein großer Traum war immer eine Wohnatelier", sagt Jennifer López Ayala, mit diesem Haus ließ er sich verwirklichen. Weil sie zudem schon seit mehr als 20 Jahren in einer Ateliergemeinschaft mit der Malerin Simone Klerx (zuletzt im Atelierhaus an der Hansastraße) arbeitet, war diese gleich bei der Erstbesichtigung dabei. Ebenso wie die befreundete Fotografin Stefanie Minzenmay. Und alle Vier waren sich sofort einig, dass sie den Ort gefunden hatten, an dem sie gemeinsam arbeiten, diskutieren, sich austauschen konnten.

Dass auch Bildhauerin Carola Eggeling zu dem Quartett stieß, ergab sich fast zwangsläufig aus dem guten und engen Kontakt zwischen ihr und Klerx und López aus der Zeit im Atelierhaus Hansastraße. Allerdings hat Eggeling im Gegensatz zu den beiden Malerinnen ihr Atelier dort nicht aufgegeben. Vor allem aus einem Grund: "Schmutz!", sagt die Bildhauerin lächelnd. Aber sie ist mit ihren fertigen Arbeiten im "Studio Bronx" präsent. So nennt das Quintett seine Gemeinschaft, bezieht sich dabei zwar auf den gleichnamigen New Yorker Stadtteil, aber mehr auf dessen Ursprung als Lebensraum europäischer Einwanderer vor mehr als 300 Jahren. "Sie waren Pioniere", sagt Minzenmay, "das sind wir auch."

Im Studio Bronx arbeitet nicht jeder Künstler in seinem Kämmerlein, sondern in Sichtnähe des anderen. Regelmäßig montags treffen sich die Fünf zu einem "kleinen Salon", diskutieren miteinander, stellen ihre neue Arbeiten vor. "Wir haben alle einen hohen Anspruch an Qualität", sagt Jennifer López Ayala, "sind international unterwegs und wollen unsere kollektive Intelligenz für die eigene Arbeit nutzen." Für den öffentlichen Auftritt sorgt ihr Mann als Grafikdesigner, jede Künstlerin kann ihre Arbeiten ausstellen, allein, mit den anderen zusammen, oder auch jemanden für eine Ausstellung empfehlen. Denn so offen, wie die Fünf des Studio Bronx miteinander umgehen, sind sie auch nach außen. "Fünf Menschen haben fünf unterschiedliche Blicke, das wollen wir nutzen."

Quelle: NGZ
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