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Neuss
Die Gesichter der Neusser Kultur

Neuss: Die Gesichter der Neusser Kultur
Gruppenfoto der Institutsleiter: die Chefs der städtischen und nicht-städtischen Kulturhäuser sind erstmals in einem Jahresbericht abgebildet. FOTO: Fotoatelier Bathe
Neuss. Zum 13. Mal verknüpft der Jahresbericht Kultur Aktionen und Zahlen zu einem Gesamtwerk. Mit den Chefs der städtischen und nicht-städtischen Kulturinstitutionen präsentiert der Bericht von 2015 erstmals auch die Kulturmacher. Von Helga B Ittner

Rund zwei Monate später als gewohnt und dennoch zum richtigen Zeitpunkt ist er fertig geworden: der Jahresbericht Kultur 2015. Den Ratsentscheid über die Annahme der Jugendstil-Schenkung für die endgültige Fassung des Jahresberichts abzuwarten, war nämlich sinnvoll. Denn der Rückblick beinhaltet auch immer einen Ausblick, so werden mit dem Wissen um die Ablehnung der Schenkung dem Thema "Chance: Neuss wird zum Zentrum für Jugendstil und Symbolismus" nur wenige, allgemein gehaltene Zeilen gegönnt. Aber zweifellos gehört es in einen Bericht, der Fakten und Aktionen spiegelt, denn die Diskussion über die Schenkung beherrschte die Kulturpolitik im letzten Drittel des vergangenen Jahres.

Doch das Thema ist abgehakt, das Motiv für das tragende Foto (eine Visualisierung der Erweiterung des Clemens-Sels-Museums) hatte sich erledigt. Aber der Ersatz ist auch nicht schlecht und hat historische Qualität. Denn erstmals wurden alle Institutsleiter (städtisch und nicht-städtisch angestellte) zum Fotoshooting im Foyer des Clemens-Sels-Museum versammelt, wobei das Personaltableau sich im nächsten und erst recht im übernächsten Jahr stark verändern wird.

Musikschulleiter Reinhard Knoll geht Ende des Jahres in den Ruhestand, für die Vorsitzende des Vereins Raum der Kulturen muss schon in den nächsten Wochen ein Nachfolger gefunden werden. Im nächsten Jahr erreichen Bibliothekschef Alwin Müller-Jerina und Kulturamtsleiter Harald Müller die Pensionsgrenze und VHS-Chef Gerhard Heide beginnt die Phase der aktiven Altersteilzeit.

"Mut und Verantwortung" ist das Thema des Berichts, der inhaltliche Schwerpunkte der Kultureinrichtungen mit reinem Zahlenwerk verknüpft und erneut von Annekatrin Schaller (Stadtarchiv) redaktionell betreut wurde. Schon seit 2012 gibt es den Jahresbericht für Bürger nur noch in digitaler Ausführung.

"Wir stehen gut da", sagt Kulturdezernentin Christiane Zangs selbstbewusst, aber leugnet auch nicht, dass noch Aufgaben warten - etwa beim Schützenmuseum, dessen Finanzierung auf Dauer nicht gesichert sei, oder beim Konzept für den Rock- und Popförderpreis, das derzeit überarbeitet werde. Andere wurden schon angegangen: So liegt der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, ein Antrag für die Evaluierung des Kulturforum Alte Post vor, hat das Kulturamt die "Kunst am und im Bau an Neusser Schulen" dokumentiert. Denn sie gilt es wie auch die öffentliche Kunst zu dokumentieren und zu pflegen, sagt Kulturamtsleiter Müller.

Die Absicht der Stadt, künftig wieder auszubilden, will Zangs für das Clemens-Sels-Museum nutzen: Sie möchte dort gerne ein Volontariat etablieren. "Kultur braucht das Neue", sagt sie, "und wir brauchen dafür die jungen Menschen mit ihren Ideen und ihrer Sichtweise."

Quelle: NGZ
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