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Neuss
Die gute Seele in der sicheren Nachbarschaft

Neuss. Edith Goder ist bei der GWG eine der gewählten Mitgliedervertreter und achtet auf die Sicherheit ihrer Umgebung Von Susanne Zolke

Man kennt sich, man hilft sich. Diese Formel funktioniert auf vielen Ebenen. Gerade in genossenschaftlichen Organisationen ist diese Art des Miteinanders ein zentraler Gedanke. Auch der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG) Neuss liegt das gemeinschaftliche Verhältnis ihrer Mieter am Herzen. Denn das fördert nicht nur ein gutes nachbarschaftliches Klima, sondern auch die Wohnsicherheit.

"Die Kellerfenster muss man immer schließen, das sage ich meinen Nachbarn hier immer wieder, das ist sehr wichtig", sagt Edith Goder, die auf der Heerdter Straße im Barbaraviertel wohnt. Sie ist seit 1954 Mitglied und Mieterin der GWG und gilt inzwischen als die "gute Seele" ihres Quartiers. Schon seit vielen Jahren ist sie eine der gewählten Vertreterinnen der Genossenschaftsmitglieder und kümmert sich um verschiedenste Belange ihrer Nachbarn. "Die Leute kennen mich alle und kommen mit kleineren Problemchen zu mir. Ich kümmere mich einfach gern, mir macht es Spaß, mit den Menschen in Kontakt zu sein", erzählt die 80-Jährige, der man ihr Alter nicht anmerkt. Vor allem die Sicherheit ihrer Umgebung liegt Edith Goder am Herzen. Von ihrer Wohnung aus blickt sie in einen großen Innenhof der Backsteinhaussiedlung. "Kürzlich ist durch einen Kurzschluss die Außenbeleuchtung im Hof ausgefallen, das habe ich sofort bemerkt und die Techniker angerufen. Die sind dann noch am gleichen Abend gekommen und haben den Schaden behoben", erzählt Goder. "Einbrecher warten auf solche Gelegenheiten, da muss man achtsam sein." Auch ihren Nachbarn empfiehlt die quirlige rothaarige Dame, das Licht anzulassen, wenn sie ihre Wohnungen abends noch einmal verlassen. "Wir achten hier gegenseitig aufeinander, das ist einfach ein schönes Gefühl und ich fühle mich hier auch sehr sicher."

Auch die generelle Struktur des Wohnbestandes der GWG fördert das gute Nachbarschaftsklima. Hinter jeder Haustür befinden sich im Durchschnitt 4,7 Wohnungen, die Häuser bilden in der Regel ganze Quartiere. "Wir fördern das soziale Miteinander und das Gemeinschaftsgefühl unter unseren Mietern, zum Beispiel durch die Organisation von Straßenfesten, Wandertouren für Genossenschaftsmitglieder oder Fahrten auf Weihnachtsmärkte" sagt Thomas Schwarz, Prokurist bei der GWG. Zudem gibt es in jedem Quartier verschiedene Gemeinschaftsräume und Mietercafés, in denen sich die Mitglieder treffen und Veranstaltungen durchführen können - ein Engagement, von dem sowohl Vermieter als auch die Mieter profitieren. "Letztlich dient all das auch der Kriminalprävention, wer sich kennt, passt automatisch auch mehr aufeinander auf. Daher haben wir auch kaum Probleme mit Vandalismus oder Ähnlichem, so entsteht eine Win-Win-Situation", erklärt Thomas Schwarz.

Auch Edith Goder will sich weiterhin als "gute Seele" der Nachbarschaft engagieren. "Ich bin ja nun schon etwas älter, aber alle sagen, ich soll mich wieder als Vertreterin wählen lassen. Das werde ich dann wohl auch machen. Aber auch wenn ich es nicht mehr werde, kümmere ich mich weiter um meine Nachbarn."

Quelle: NGZ
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