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Neuss
Die Reise zum Mittelpunkt von Neuss

Neuss: Die Reise zum Mittelpunkt von Neuss
NGZ-Mitarbeiter Sebastian Esch markiert den Mittelpunkt von Neuss mit der traditionellen Stadtfahne. FOTO: anja Tinter
Neuss. Wo liegt eigentlich der geografische Kern von Neuss? Wir machen uns auf die Suche und finden die Neusser Mitte in Gnadental. Von Sebastian Esch

Wo befindet sich der Mittelpunkt von Neuss? Der Antwort auf diese Frage kann sich auf vielfältige Weise genähert werden. Wo ist am meisten los? Was ist der wichtigste Treff für die Einwohner? Wo steigt am Wochenende die größte Party? Je nach Generation erhält man unterschiedliche Meinungen. Die NGZ hat sich für die Beantwortung dazu entschlossen, die Lösung mithilfe der Geografie zu suchen. Das Ergebnis ist durchaus kurios - wir finden die Neusser Mitte bei der Bezirkssportanlage Gnadental.

Der Weg zum Mittelpunkt ist nur mit leichten Strapazen verbunden. Ein langer Weg führt immer ferner weg von befahrenen Straßen und der Zivilisation. Je weiter es geht, desto mehr kommt ein Gefühl der kompletten Abschottung auf. Ein Geruch von Natur steigt unaufhaltsam in die Nase. Dann kommt irgendwann endlich der Parkplatz der Tennisplätze bei der Bezirksanlage Gnadental in Sicht und genau dort ist unser Ziel oder etwas anders ausgedrückt - dort ist der geografische Kern von Neuss.

Genau zwischen Tennisplatz und Bahnlinie finden wir das Zentrum unserer Stadt. Es herrscht eine angenehme Ruhe, nur vereinzelt hört man Menschen beim Fußball- oder Tennisspielen jubeln, immerhin trainieren dort wichtige Sportvereine der Stadt. Dazu kommen noch typische Naturklänge von Vögeln und auch ein paar Eichhörnchen kann man von Baum zu Baum hüpfen beobachten. Auch sonst sieht man in der Umgebung fast nur Grün. Natur pur.

Manche könnten es als "Mitten im Nirgendwo" und langweilig beschreiben, andere würden behaupten, so nah an der Natur findet sich eine wunderschöne Idylle. Auf jeden Fall streifen die Gedanken dort fernab von allem Alltäglichen. Natürlich muss zum Abschluss einer solchen Wanderung der gefundene Schnittpunkt auch entsprechend markiert werden. Im Wandergepäck findet sich etwas Passendes: eine Neusser Stadtfahne. Die ist für diesen Anlass am besten geeignet und wurde extra eingesteckt. Die Fahne schnell und einfach zu platzieren gestaltet sich aber schwierig. Der Teer macht einen Strich durch die Rechnung. Eine Andeutung muss also reichen. Zack, schnell noch ein Beweisfoto.

Bei der Platzierung von Fahnen wird in der Regel von großen Schritten für die Menschheit gesprochen. Berühmtestes Beispiel ist Neil Armstrongs Besuch auf dem Mond. Soweit geht es in Neuss natürlich nicht. Ein kleiner Schritt in Sachen Heimatkunde aber ist es allemal.

Verwundern tut der Ort trotzdem. Das Gefühl im Mittelpunkt von Neuss zu stehen, kommt auch mit Fahne nur mäßig auf. Völlig abgeschottet auf einem Parkplatz, kaum Menschenlärm und keine Geschäfte in Sicht. Stadtmitte ist also nicht immer gleich Stadtmitte.

Die gesamte Suche erinnert an den bekannten Roman "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" des französischen Schriftstellers Jules Verne aus dem Jahr 1864. Der muss sich allem Anschein nach jedoch geirrt haben. Das Zentrum des schönen Erdballs liegt unserer Meinung nach in Neuss. Vielleicht nicht direkt vor dem Tennisgelände, aber auf jeden Fall in der Quirinus-Stadt. Würde Verne noch leben und könnte sich selbst davon überzeugen, er hätte es möglicherweise genauso gesehen. Und wer weiß? Vielleicht ist das Zentrum eines Tages ein wichtiger Punkt in der Geschichte von Neuss, ein Schauplatz eines Abenteuerromans oder zumindest ein Teil des berüchtigten Tatorts im Ersten, denn Parkplätze wird der Mensch immer brauchen.

Quelle: NGZ
 
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