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Neuss
Die technikverrückten Trecker-Fans

Neuss: Die technikverrückten Trecker-Fans
Unter anderem erfreuen sich die Modelle der Firma "Deutz" großer Beliebtheit bei den Traktoren-Fans. FOTO: Muh-Barack
Neuss. Für die Organisatoren vom Treckerklub "Muh-Barack" begann alles in einem Kuhstall. Mittlerweile organisieren die leidenschaftlichen Schrauber ein Oldtimertreffen mit 100 historischen Traktoren in Rosellen. Von Christine Sommerfeld

Fans alter Traktoren sollten am kommenden Wochenende den Rosellener Kirmesplatz ansteuern: Samstag und Sonntag veranstaltet dort der Treckerclub "Muh-Barack" wieder seine traditionelle Fahrzeug-Ausstellung. Dabei können rund 100 historische Traktoren der Fabrikate Hanomag, Deutz, Schlüter, Fendt, IHC, Porsche oder Lanz bestaunt werden.

Das ganze Jahr über basteln die Mitglieder des Clubs an ihren "alten Schätzchen" herum, liebevoll werden die Traktoren repariert und restauriert. Den ungewöhnlichen Namen gab sich der Verein - eine Abteilung des Heimatvereins Rosellen -, weil sich die Treckerfreunde früher in einem ehemaligen Kuhstall trafen. Inzwischen haben Herbert Hilgers, Wilfried Moitzheim, Robert und Hans Schoenen sowie Rainer Dünbier eine neue Unterkunft für ihre Oldtimer gefunden - eine alte, früher landwirtschaftlich genutzte Halle auf einem Feld am Ortsrand. Rund 30 eigene Fahrzeuge steuern die Rosellener zur Ausstellung bei, die restlichen etwa 70 Trecker werden von befreundeten Clubs nach Rosellen gefahren oder geschleppt. "Die ältesten Traktoren, die auf dem Kirmesplatz ausgestellt werden, sind ein petroleumbetriebener IHC von 1938 und ein Deutz mit Baujahr 1949", berichtet Clubmitglied Herbert Hilgers, der die Veranstaltung organisiert.

Beliebt bei den Besuchern des alle zwei Jahre stattfindenden Treckertreffens sind auch die Traktoren der Marke "Lanz Bulldog", die aus Ramrath nach Rosellen kommen. Ihr besonders langsames Tuckern ist schon aus der Ferne zu hören. Um ein solches Modell, das nur einen Zylinder hat, anzulassen, bedarf es einiges an Sachverstand. So muss zunächst ein Glühkopf mit Hilfe eines Lötkolbens erhitzt, dann das Lenkrad abgeschraubt und seitlich auf den Motor aufgesetzt werden. Mit Hilfe des Rades wird der Motor dann "angedreht". Die alte Technik von Lanz, Deutz, Hanomag & Co. hat es Hilgers und seinen Mitstreitern von "Muh-Barack" angetan, denn: "Sie bietet viele Erfolgserlebnisse", so Hilgers. Die Oldtimer, die komplett ohne Elektronik auskommen, seien auch für absolute Laien "mit ein wenig Anlernen beherrschbar". So wird bei "Muh-Barack" geschraubt, geschweißt und gepinselt - und das eine oder andere Ersatzteil sogar selbst hergestellt. Die Clubmitglieder freuen sich zudem über die große Unterstützung aus dem Dorf: "Wir haben viele Helfer, zum Beispiel aus dem Schützenzug der Treuen Husaren", erzählt Hilgers, "und für das Wochenende backen die Frauen aus dem Ort wieder jede Menge Kuchen". Außer Kaffee und Kuchen gibt es am Kirmesplatz, auf dem ein Zelt aufgestellt wird, kühle Getränke und Gegrilltes sowie Süßigkeiten. Alte Landmaschinen, einige moderne Traktoren und ein Verkaufsstand mit Traktor-Modellen im Miniaturformat runden das Angebot ab.

Neben Anschauen und Fachsimpeln ist aber auch in diesem Jahr wieder Mitfahren angesagt: Die Rundfahrten über die vielen Felder rund um Rosellen erfreuen sich sowohl bei kleinen als auch bei erwachsenen Besuchern immer großer Beliebtheit. Neben mehreren Anhängern steht dazu auch ein "schwingender Drache" bereit. Da heißt es aufsteigen, festhalten - und gemeinsam den frischen Fahrtwind auf den Oldtimern genießen.

Quelle: NGZ
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