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Neuss
Die unbekannten Helfer der Kita-Eltern

Neuss: Die unbekannten Helfer der Kita-Eltern
Melanie Merx, Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats. FOTO: pixabay
Neuss. Schon gewusst? Neuss hat einen sogenannten Jugendamtselternbeirat. Aber was sind eigentlich seine Aufgaben? Von Simon Janssen

Es ist nicht leicht, sich jedes Jahr neu erfinden zu müssen. Doch für den Jugendamtselternbeirat der Stadt Neuss ist das mittlerweile Routine. Schließlich dürfen dort nur Eltern Mitglied sein, deren Kinder eine Kindertagesstätte besuchen. Da kommt die Fluktuation mit den Jahren von alleine. Vielen Eltern ist offenbar jedoch gar nicht bekannt, dass so ein Jugendamtselternbeirat in ihrer Stadt überhaupt existiert.

Die Vorsitzende Melanie Merx ist jetzt im dritten Jahr in der Gruppe aktiv. "In dieser Zeit ist es nicht einmal vorgekommen, dass Eltern mit Problemen auf uns zugekommen sind", sagt die Neusserin. Und das liege wohl nicht daran, dass alle Eltern in Neuss zu 100 Prozent zufrieden sind. Auf Grundlage des Kinderbildungsgesetzes wählt die Versammlung der Elternbeiräte aus den mehr als 90 Neusser Kindertagesstätten jährlich 14 Vertreter in den Jugendamtselternbeirat.

Aber was kann dieser "Geheimtipp-Beirat", der sich rund alle anderthalb Monate in Kitas oder Gaststätten trifft, eigentlich bewegen? "Wir können nichts beschließen, dafür ist die Politik verantwortlich. Wir können aber viele verschiedene Dinge anstoßen oder sie in den entsprechenden Fach-Ausschüssen thematisieren", erklärt Melanie Merx. Auch als Vermittler könnten die Mitglieder aktiv werden. Zum Beispiel bei Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Trägern. "Bei persönlichen Fehden zwischen Eltern und Erziehern helfen wir jedoch nicht", sagt Merx

Personalengpässe bei den unterschiedlichen Trägern, extra Gruppengeld, Vorschulerziehung, aber auch Schließungszeiten seien Themen, die die Eltern besonders beschäftigen. "Bei den Schließungszeiten wünschen wir uns mehr Flexibilität und weniger starres Festhalten", sagt Merx.

Ab dem kommenden Sommer wird die Mutter nicht mehr Vorsitzende des Beirates sein. Doch die Nachfolge ist schon geregelt. Ihren Platz wird dann der aktuelle Stellvertreter Lars Pöhler einnehmen, der seit November vergangenen Jahres - also noch ganz frisch - mit dabei ist. Was ihm und weiteren Eltern besonders am Herzen liegt, ist eine bessere Vernetzung zwischen Kindertagesstätten und den Offenen Ganztagsschulen. "Zwischen Sommerferien der Kita und Einschulung ist keine Betreuung gewährleistet. Und nicht alle Eltern können sich acht Wochen Urlaub nehmen. Wenn man das dann nicht mit freien Trägern geregelt bekommt, wird es schwierig", sagt der 42-Jährige, der Vater von zwei Kindern ist. Eins davon besucht die Kindertagesstätte an der Drususallee.

Ein Ziel, das dich Pöhler gesetzt hat, ist, den Beirat bekannter zu machen. Dabei soll eine Internetseite sowie Social-Media-Präsenz bei Facebook behilflich sein. "Die Homepage ist gerade im Aufbau", sagt der 42-Jährige. Vor allem soll sie den Neusser Eltern die Kontaktaufnahme mit den Beiratsmitgliedern erleichtern.

Quelle: NGZ
 
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