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Aus Der Geschichte
Die versteckten Kyburg-Reste in Neuss

Neuss. Seit rund 900 Jahren steht in einem kleinen Wald in Weckhoven die ehemalige Burg Erprath.

Weckhoven (se) Die Gemeinschaftsgrundschule Kyburg ist in Neuss weitestgehend bekannt. Der Ursprung des Namens aber eher weniger.

Sehr gut versteckt, in einem Waldstück hinter der Sandstraße, liegt die Reste der alten Kyburg. Noch muss man sich durch einen langen Weg voller Äste, durch Matsch und einen leeren Burggraben kämpfen, um die alten Bruchstücke zu sehen. Doch Besserung ist in Sicht. "Wir haben schon mit der Stadt Neuss gesprochen. Bald werden die Bäume und Blätter etwas zurechtgeschnitten", sagt Martin Kluth vom Heimatverein Weckhoven, "Dann sieht man die Burg hoffentlich auch wieder aus der Ferne."

Die Kyburg hieß früher Erprather Burg und war im Mittelalter der Sitz der Herren von Erprath. Heute steht nur noch ein fünf Meter hoher Rest des ehemaligen Wohnturms. Wann die Burg erbaut wurde, ist nicht exakt zu bestimmen. "Dank intensiver Nachforschung können wir belegen, dass die Kyburg ungefähr um das Jahr 1160 gebaut worden ist."

Das schafft Raum für Mythen, so hielt sich in Weckhoven jahrhundertelang eine hartnäckige Legende um die Kyburg. "Ein Ritter mit Pferd und Rüstung soll im Burggraben versunken sein", erzählt Kluth, "und tatsächlich fanden Archäologen vor wenigen Jahren Pferdegerippe und Teile einer Rüstung." Auch Kluth findet oft Gegenstände aus alten Zeiten. "Ich habe zum Beispiel schon alte römische Münzen gefunden."

Bei den Kindern in Weckhoven wurde die Kyburg wieder bekannt, weil die Gemeinschaftgrundschule sie in ihren Namen aufnahm. Aber auch die Schüler kümmern sich: "Jedes Jahr helfen die Schüler einen Tag beim Müllaufsammeln rund um die Burg mit", erläutert Kluth.

Quelle: NGZ
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