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Neuss
Digitale Medien verändern den Schulalltag

Neuss: Digitale Medien verändern den Schulalltag
Im Kreismedienzentrum (v.l.): Gala Garcia Frühling, Philipp Wartenberg, Marc Albrecht-Hermanns. FOTO: Rkn
Neuss. Digitale Medien können einen Mehrwert im Unterricht bieten. Dazu bedarf es der entsprechenden Schul-Ausstattung. Von Andreas Buchbauer

Es gibt eine Forderung, die Politiker quer durch die Parteien so unermüdlich wiederholen, wie ein Fußballfan den Schlachtruf seines Lieblingsvereins: die Forderung nach Digitalisierung. Sie ist fast ein politisches Mantra geworden. Jetzt hat sich die Zukunftskommission Digitale Agenda, die einen Maßnahmenkatalog für die Stadt Neuss erarbeitet, mit den Anforderungen und Möglichkeiten digitaler Inhalte im Schulunterricht beschäftigt. "Wir wollen, dass Neuss zum Spitzenreiter auf diesem Gebiet wird", sagt Thomas Kaumanns (CDU), der die Kommission gemeinsam mit Michael Ziege (SPD) leitet.

Das Schulamt in Neuss kann vorweisen, dass die Stadt großen Wert auf die technische Ausstattung ihrer Schulen legt - sofern diese ein entsprechendes Medienkonzept vorlegen. Auch bei der Internetanbindung hat sich bereits eine Menge getan - auch wenn noch Luft nach oben ist, vor allem in Norf. Aber dabei ist die Stadt auch auf die Netzanbieter angewiesen.

Die Zukunftskommission Digitale Agenda hat sich in ihrer jüngsten Sitzung konkret den Möglichkeiten digitaler Lern- und Lehrkonzepte gewidmet. Dazu gab es drei Impulsvorträge. Florian Sochatzy, Geschäftsführer des Instituts für digitales Lernen in Eichstätt, stellte das multimediale Schulbuch "mBook" vor, das zunächst für den Geschichtsunterricht veröffentlicht wurde und nach und nach ausgebaut wird. Im Gegensatz zum klassischen Lehrbuch biete es einen umfassenden Mehrwert: stets aktuelle Karten, die Entwicklungen darstellen, interaktive Elemente, die Möglichkeit, Texte in unterschiedlichen Varianten anzubieten (zum Beispiel auch als Originaltext oder in einfacher Sprache) und Ähnliches. Pavle Madzirov, stellvertretender Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums in Düsseldorf, schilderte, wie an seiner Schule mit iPads, kostenfreien Apps, 3D-Lernwelten und Virtual-Reality-Brillen gearbeitet wird. Dabei werden Angebote wie Google Expedition eingesetzt. Mit dem Tool können virtuelle Ausflüge unternommen werden. Auch auf Augmented Reality ("Erweiterte Realität") setzt Madzirovs Schule, und zwar quer durch die Unterrichtsfächer. Beispiel Sport: Schüler halten ihr Tablet oder Smartphone auf ein Sportgerät - und bekommen dann Trainingsübungen aufgezeigt.

Den dritten Impulsvortrag hielten Marc Albrecht-Hermanns und Gala Garcia-Frühling vom Kreismedienzentrum, das seinen Sitz in Holzheim hat. Sie stellten die Chancen, die sich durch digitale Medien bieten, heraus und betonten, dass sich dadurch auch der Anspruch an die Lehrer ändert. "Zur fachlichen und pädagogischen Kompetenz ist die technologische Kompetenz hinzugekommen", sagt Albrecht-Hermanns. Im Kreismedienzentrum gibt es Angebote für Schüler und Lehrer - für Letztere zum Beispiel am Mittwoch, 17. Mai, 9 bis 16 Uhr, ein Barcamp zum Thema "Lernen und Lehren mit digitalen Medien".

Die Zukunftskommission Digitale Agenda hat basierend auf den Vorträgen Empfehlungen zur Ausstattung der Schulen formuliert, die in den Maßnahmenkatalog an die Stadt aufgenommen werden sollen.

Quelle: NGZ
 
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