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Neuss
DJK will Schutzkonzept erarbeiten

Neuss: DJK will Schutzkonzept erarbeiten
Die DJK Rheinkraft will ihre Lehren aus den Ereignissen ziehen. FOTO: woi
Neuss. Die DJK Rheinkraft hat Eltern und Mitglieder bei einem Treffen darüber informiert, mit Hilfe von externen Fachstellen ein umfassendes Schutzkonzept zu erstellen. Eine Rückkehr des ehemaligen Vorsitzenden sei aktuell kein Thema. Von Simon Janssen

Der Versammlungsraum auf der Ludwig-Wolker-Anlage war gut gefüllt am Montagabend. Zahlreiche Eltern minderjähriger Sportler und Vereinsmitglieder nahmen die Einladung des DJK-Rheinkraft-Vorstandes wahr, um zu hören, wie die Verantwortlichen zu den jüngsten Entwicklungen in der Leichtathletikabteilung Stellung beziehen.

Die Hoffnung einiger Eltern, dass der ehemalige Vorsitzende an der Sitzung teilnimmt, um seine Sicht der Dinge zu schildern, hat sich nicht erfüllt. Er war nicht anwesend. Ihm wird vorgeworfen, ein von ihm trainiertes Mädchen sexuell belästigt zu haben. Die 15-Jährige kam am Montagabend gemeinsam mit ihrem Vater zur Ludwig-Wolker-Anlage. 2015 hatte es ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden gegeben, das gegen eine Geldauflage eingestellt wurde. Nachdem der Vorfall öffentlich wurde, legte der damalige Vorsitzende, der auch als Trainer aktiv war, seine Ämter nieder.

Die Chatverläufe zwischen ihm und der 15-Jährigen wurden für die Sitzung mehrfach ausgedruckt und verteilt. Ein Mitglied, das an der Sitzung teilnahm, aber nicht namentlich genannt werden möchte, sagt jedoch, dass sich der Vorstand - im Gegensatz zu einigen Eltern - die Chatverläufe nicht angesehen habe. Der Stadtsportverbandsvorsitzende Wilhelm Fuchs, der die Veranstaltung moderierte, bestätigt: "Die Chatverläufe sind verteilt worden, aber dazu wurde nicht Stellung genommen - von keiner Seite." Fuchs hat nach eigenen Angaben versucht, sich aus Bewertungen herauszuhalten und bei seiner Moderation neutral zu bleiben.

In einer schriftlichen Mitteilung nahm der Verein gestern Stellung zu der vergangenen Mitglieder-Versammlung. Daraus geht hervor, dass eine aktive Rolle des ehemaligen Vorsitzenden "bis auf weiteres" ausgeschlossen sei. Der Trainings- und Wettkampfbetrieb werde auch im kommenden Jahr, ergänzt durch neue Trainer, fortgesetzt und das Sportangebot somit für die Mitglieder sichergestellt. Unumstritten sei von Seiten des Vereins und der Anwesenden die Erkenntnis, dass es "blinde Flecken" hinsichtlich der Prävention sexueller Gewalt sowie unzureichende Kommunikationsstrukturen in den Gliederungen des Vereins gibt. Dementsprechend habe der Verein beschlossen, - unterstützt durch externe Fachstellen (unter anderem der Stadt-Sportverband Neuss und der DJK Diözesanverband Sportverband Köln) - ein "umfassendes institutionelles Schutzkonzept" zu erarbeiten.

Dies beinhalte bereits im Verein etablierte Maßnahmen, wie die regelmäßige Einsicht in das polizeiliche Führungszeugnis bei allen Funktionären und Trainern als auch weitergehende Maßnahmen wie eine Risikoanalyse und Verhaltensregeln für alle Sportarten, die Installation anonymer Beschwerdewege und eine Selbstverpflichtungserklärung aller verantwortlichen Personen im Verein. Zur Erarbeitung dieses Vereins-Konzeptes seien, neben dem Vorstand selbst, alle interessierten Personen eingeladen. "Die DJK Rheinkraft Neuss versichert, aus den Vorkommnissen die richtigen Lehren zu ziehen", teilt der Verein mit.

Quelle: NGZ
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