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Neuss
DKN macht Abonnenten musikalisches Geschenk der Extraklasse

Neuss. In der Wetthalle stellte Orchestermanager Martin Jakubeit die neuen Stipendiaten der Deutschen Kammerakademie am Rhein vor. Von Hansgeorg Marzinkowski

Ein neuer attraktiver Geheimtipp hat sich in Neuss etabliert - allerdings für die breite Öffentlichkeit unerreichbar. Zum zweiten Mal lud jetzt die Deutsche Kammerakademie Neuss (DKN) zu einem Exklusiv-Konzert in die Wetthalle Neuss ein - allerdings blieb das kostenfreie Konzert nur den DKN-Abonnenten vorbehalten. "Das ist ein Geschenk an Sie, denn was wäre ein Orchester ohne sein Stammpublikum", begrüßte Orchestermanager Martin Jakubeit rund 160 Zuhörer in der Wetthalle.

Mit großem Aufwand wurde der als "Eventlocation" immer gefragtere und eigentlich sterile Saal an der Rennbahn hergerichtet. Vielarmige Kerzenleuchter verbreiteten festliches Ambiente, der Zuhörerraum war vollständig durch rote Vorhänge vom kargen "Dahinter" getrennt. Für so manchen Abonnenten ist dieses Exklusiv-Konzert der wahre Höhepunkt der Saison, denn die so geschaffene intime Atmosphäre schuf Raum für viel Privates. "Hörgenuss in Sichtweite" wirbt die international immer öfter engagierte DKN: Hier fand er statt. Zumal Martin Jakubeit dieses Forum nutzt, um die aktuellen Stipendiaten vorzustellen. Ihm assistierte dabei Jovana Stojanovic (Violine), die nach einigen Jahren bei der DKN zur Zeit beim Kölner Gürzenich-Orchester hospitiert.

Von beiden erfuhr man, dass die DKN-Stipendiatin Amane Horie (Violine) zur Zeit ihren Master in Berlin macht. Die Japanerin eröffnete das Konzert mit einer Bach-Partita zunächst nervös, dann aber souverän mit einem hochvirtuosen Sonatensatz von Eugène Ysaye.

Die Spanierin Clara Trullén (Bratsche), seit 2013 im Neusser Orchester, musste sich auch durch das tiefere Instrument dem opulenten Klavierstil bei Johannes Brahms' "Scherzo für Violine und Klavier c-Moll" unterordnen. Den attraktiven Klavierpart spielte Susanna Klovsky äußerst versiert. Die Münchnerin (25), Tochter eines Jazzmusikers, ist offizielle Begleiterin beim internationalen ARD-Musikwettbewerb.

Wie Zufälle so spielen: Die Neusserin Heike Schuch (Violoncello), einst mit 14 Jahren jüngste Kunstförderpreisträgerin ihrer Stadt, lernte die Pianistin bei der Vorbereitung zu einem ARD-Wettbewerb kennen, konzertiert seither häufig mit ihr und holte sie zum Exklusiv-Konzert nach Neuss. Heike Schuch sorgte in der Wetthalle mit dem "Pezzo Capriccioso" von Peter Tschaikovskij für einen außerordentlichen Höhepunkt. Da passt es, dass die DKN-Stipendiatin zum nur alle vier Jahre stattfindenden Tschaikovskij-Wettbewerb nach Moskau eingeladen wurde.

Alle Stipendiatinnen traten solistisch auf und fanden sich mit Yana Gottheil (Violine), Martha Windhagauer (Bratsche) und Laura Escanilla (Bratsche) zum wunderbaren Finale zusammen. Das Finale aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Streichquintett g-Moll" endet in strahlendem Dur und macht die Wetthalle grandios zur "Eventlocation".

Quelle: NGZ
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