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Eine Neusser Weihnachtsgeschichte
DRK-Helfer sorgen für Familienzusammenführung am Heiligabend

Neuss: DRK-Kräfte helfen 90-Jährigen
Neuss: DRK-Kräfte helfen 90-Jährigen FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Wegen eines defekten Aufzugs hätte ein 90-Jähriger aus Neuss beinahe das Heiligabendfest im Kreise seiner Familie verpasst. Ehrenamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) halfen dem Mann und sorgten für eine Familienzusammenführung.  Von Ludger Baten

Hubertus Mucha ist glücklich. Der Großvater kann Heiligabend doch noch im Kreis seiner Familie feiern; bei Sohn Andreas, Schwiegertochter Petra und den Enkelinnen Pauline und Charlotte - den ehrenamtlichen Neusser Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sei Dank! Der 90 Jahre alte Herr, der im Krieg ein Bein verlor, saß in seiner Wohnung an der Hesemannstraße fest. Dritte Etage, enges Treppenhaus – und der Aufzug defekt.

Seit einer Woche lässt die Reparatur auf sich warten, weil die Kommunikation zwischen Hausverwaltung und Wartungsfirma offenbar stottert. Als die NGZ-Redaktion erfuhr, dass der Familie Mucha ein Weihnachtsabend ohne Großvater droht, fragte sie um Hilfe beim Deutschen Roten Kreuz an. Die Zusage kam spontan. "Wir übernehmen den Transport", sagen Vorsitzender Sigurd Rüsken und Vorstandssprecher Marc Dietrich unisono.

So standen am Heiligenabend um 15 Uhr Massimo Simon (39), der stellvertretende Kreisbereitschaftsführer, und Helfer Tobias Zimmermann mit Rettungsfahrzeug und Transportstuhl vor der Wohnungstüre von Hubertus Mucha, um den Senior in die Obhut seiner Familie zu bringen. Mucha, 1970/71 Jakobuskönig bei den Scheibenschützen, während sein Sohn im Hubertuszug "Junge Elche" marschiert, war gerührt und bat beim Einstieg in den Transportstuhl um Hilfe: "Das Bein, das nicht mehr da ist, muss auch mit. Ich bin kriegsbeschädigt."

Die Familie strahlt. "Großartig", sagt Andreas Mucha, "so können wir gleich wie gewohnt eine Familienweihnacht feiern." Er hätte den 85 Kilogramm schweren Vater nicht aus dem dritten Stock tragen können. Am Abend gegen 22 Uhr bringen die DRK-Helfer Björn Himmel und Lars Schlemper den Großvater wieder in seine Wohnung zurück. Sohn Andreas ist dankbar: "Es ist gut zu erfahren, welche Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Wir danken sehr."

Auch die NGZ-Redaktion dankt den unkomplizierten DRK-Helfern. Die NGZ spendiert zum nächsten Fest der DRK-Helfer in Neuss ein 20-Liter-Fass-Altbier – dann wird auf das gute Ende einer Neusser Weihnachtsgeschichte aus dem Jahr 2017 angestoßen.

 
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