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Neuss
Durch 20 rasante Jahre von "Opossum Comedy"

Neuss: Durch 20 rasante Jahre von "Opossum Comedy"
Die Ex- und die aktuellen Darsteller von "Opossum Comedy". FOTO: TaS
Neuss. Wenn mehrere Generationen aufeinandertreffen, ist Ärger meist programmiert. Warum also aufschieben, was nicht zu vermeiden ist? So begann der 20. Geburtstag der "Opossum-Comedy"-Crew im Theater am Schlachthof mit handfesten Debatten über das Alter jener Ensemblemitglieder, die sich eigentlich schon im (Comedy-)Ruhestand befinden, jedoch für diesen feierlichen Anlass wieder zu den jüngeren Akteuren hinzustießen, um das Beste aus 20 Jahren noch einmal Revue passieren zu lassen.

Dazu sollte auch ein Sketch gehören, der mit den Worten "Palim, Palim" begann. Würden sie zu ihrem eigenen Jubiläum tatsächlich alte Dieter-Hallervorden-Gags nachspielen? Nein, das taten sie nicht. Aber sie demonstrierten, wie selbst ein solch einfach gestrickter Sketch immer wieder schief gehen kann, wenn einer der Protagonisten die Pointe nicht versteht und außerdem auch noch dem Wunsch nach "einer Flasche Pommes Frites" ohne Zögern nachkommt.

Ein Video zeigte nun, wohin die Reise geht. Sketche wurden samt Erstaufführungsdatum angekündigt, Einspielfilmchen zeigten die Entstehung der Opossums. So sah man die älteren Darsteller bei ihren aktuellen Beschäftigungen – Pfandflaschen sammeln, Gurkenhobel verkaufen oder sich in der Südsee ausruhen. Doch die jungen Kollegen hatten für jeden das richtige Lockmittel – von schnellem Geld bis hin zu jungen blonden Kolleginnen.

So konnte also zwei Stunden nach Herzenslust und mit Vollbesetzung geblödelt werden. Da mischte "Mr. Kurzzeitgedächnis" ein Krankenhaus auf, weil er alle zwei Minuten vergessen hat, warum er dort war. Eine vollbärtige Ehefrau gestand ihrem Mann eine Affäre mit ihrem Apotheker. Der wiederum gab an, sich mit Schulmädchen zu vergnügen, beide Geschichten entpuppen sich als Versuch, mehr Würze in das eingeschlafene Eheleben zu bringen.

Es entfaltete sich der typische Opossum-Humor, der nicht selten davon lebt, dass unter den völlig überzeichneten Figuren ein heilloses Chaos ausbricht. So brachte ein junges Yuppie-Pärchen einen Reisebüro-Angestellten zur Weißglut, als es dauerkaugummischmatzend, den Blick stets auf die Handys gerichtet, Reiseziele wie die Zauberschule "Hogwarts" auswählte. Die Folge einer Seifenoper wiederum geriet in eine Dauer-Textschleife, weil die Protagonisten permanent ihre Namen verwechselten und sich ständig informieren mussten, wer mit wem liiert ist.

So rasten an diesem Abend also 20 Jahre Comedy-Geschichte wie im Flug an den Gästen vorbei – und machten Lust auf weitere 20 Jahre.

(NGZ/rl)
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