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Neuss
Ehrenamtler sorgen sich um wilde Katzen

Neuss: Ehrenamtler sorgen sich um wilde Katzen
Auch die Tochter von "Katzennothilfe Kitty"-Initiatorin Ulrike Förster, Michelle Koch (hier mit ihrem Kater), ärgert sich über die fehlende Zuständigkeit für wilde Katzen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Ehrenamtler klagen über fehlende Unterstützung, wenn es darum geht, streunende Katzen einzusammeln und kastrieren zu lassen. Das Tierheim in Bettikum gibt an, dass sowohl räumliche Kapazitäten als auch Zeit fehlen. Von Simon Janssen

Für Ulrike Förster ist es nur noch ermüdend. Seit 2005 hat die Initiatorin der Neusser "Katzennothilfe Kitty" insgesamt 843 Kastrationen in Eigenregie durchführen lassen. Auf den Kosten für die mittlerweile verpflichtenden Eingriffe ist die Neusserin laut eigenen Angaben meist sitzen geblieben. Pro Kater würden rund 60 Euro fällig. Nahezu täglich werden ihr umherstreunende oder unkastrierte Tiere gemeldet, die sie schließlich einfängt und zum Arzt bringt. "Für diese Katzen ist ja sonst niemand zuständig, uns hilft keiner", sagt Ulrike Förster.

Das Problem: Nach der Kastration können die Tiere nicht wieder auf die Straße gelassen werden, sondern müssen einige Tage in Ruhe ausheilen. "Da stoße ich bei mir zu Hause an meine Grenzen. Seit vergangenem Samstag habe ich bereits fünf Katzen eingesammelt. Ich habe gerader wieder neue Käfige gekauft", sagt die Helferin, die sich bereits per Schreiben an Bürgermeister Reiner Breuer wandte, mit der Bitte, Räumlichkeiten für frisch kastrierte Katzen zur Verfügung zu stellen. "Beim Umweltamt wurde mir gesagt, dass ich die Katzen ja ins Tierheim bringen kann, aber die nehmen dort ja keine wilden Katzen, die kriegen sie nicht vermittelt", sagt Förster.

Laut Monika Provaznik, Leiterin des Tierheims in Bettikum, sei dies auch gar nicht möglich. "Grundsätzlich sind wir zwar für alle Katzen im Stadtgebiet zuständig, aber man muss auch sehen, dass die Tiere, die sich nicht vermitteln lassen, dauerhaft irgendwo untergebracht werden müssen. Das können wir bei uns aus Platzgründen nicht leisten, sonst könnten wir bald keine zahmen Tiere mehr aufnehmen, die zum Beispiel wegen einer Allergie des Herrchens abgegeben werden", sagt Monika Provaznik.

Ulrike Förster gibt an, durch die Kastrationspflicht, die seit dem Jahr 2012 gilt, noch mehr Arbeit zu haben als zuvor. Das Problem: Laut der Initiatorin der "Katzennothilfe Kitty" drohe die Stadt zwar mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro. "Mir ist aber noch kein Fall bekannt, in dem das Geld tatsächlich eingefordert wurde", so die Furtherin. Zahlreiche E-Mails ans Ordnungsamt mit gemeldeten unkastrierten Katzen seien unbeantwortet geblieben.

Ingeborg Arndt, Vorsitzende der Vorsitzende BUND-Kreisgruppe Neuss und als Stadtverordnete für Bündnis 90/Die Grünen im Rat, ist ebenfalls unzufrieden mit der Situation: "Das Tierheim gibt wildfremden Menschen, die freilaufende Katzen melden, Fangkörbe in die Hand und verlangen von den Leuten, dass sie das Tier selber zum Tierheim oder direkt zum Arzt bringen. So kann man das nicht regeln."

Laut Monika Provaznik habe das Personal des Tierheims jedoch schlichtweg keine Zeit, sich 24 Stunden um die Tiere zu kümmern. Zudem würden sie die Leute auch instruieren, bevor sie ihnen einen solchen Fangkorb aushändigen.

Ingeborg Arndt fordert eine klare Verteilung der Zuständigkeit, wenn es darum geht, unkastrierte oder verwilderte Katzen einzufangen, zu versorgen, eventuell kastrieren zu lassen und weiterzuvermitteln. "Wenn ich anerkenne, dass ich eine Kastrationspflicht brauche, dann muss ich mich auch um das Problem kümmern", so Arndt.

Quelle: NGZ
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