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Serie Meine Ausbildung (24)
Ein Azubi gibt Gummi

Serie Meine Ausbildung (24): Ein Azubi gibt Gummi
Der Dormagener Erkan Kaya (23) ist angehender Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. FOTO: ati
Neuss. Erkan Kaya macht eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Er lernt, Maschinen für jedes Formteil richtig einzustellen und die Qualität zu prüfen. In der Branche werden ausgelernte Fachkräfte gesucht. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Sie sind Bestandteil fast jeder Maschine, verbaut in allen Automobilen und kommen sogar in der Medizin zum Einsatz: Formteile aus Gummi, Kunststoff oder Silikon. Die Firma WiguTec in Dormagen-Hackenbroich hat sich auf solche Formteile spezialisiert. Mit der Herstellung dieser Teile sind in dem Unternehmen Verfahrensmechaniker beschäftigt. Einer von ihnen möchte auch der 23-jährige Erkan Kaya aus Dormagen werden, der jetzt das dritte und letzte Jahr seiner Ausbildung in der Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik durchläuft. Er wird voll ins Betriebsgeschehen einbezogen und bereitet die Werkzeuge in der Produktionshalle für jeden Artikel vor und prüft darüber hinaus die Qualität der fertig verhärteten Teile.

Bewerbung Wer den Beruf des Verfahrensmechanikers in dieser Fachrichtung lernen möchte, sollte vor allem handwerklich geschickt sein. "Das ist eine wichtige Voraussetzung. Außerdem ist ein Hauptschulabschluss Pflicht", sagt Geschäftsführer Ralf Willutzki, der in seinem Unternehmen derzeit drei Verfahrensmechaniker beschäftigt. Gute Noten in den Fächern Mathematik und Physik seien ebenso von Vorteil wie ein zuvor absolviertes Praktikum. "Denn es handelt sich um einen eher unbekannten Beruf - oder zumindest um einen, von dem sich nicht jeder gleich etwas konkretes vorstellen kann. Und ein Praktikum dient der Orientierung", betont Ralf Willutzki.

Ausbildung Erkan Kaya ist Frühaufsteher. Sein Arbeitstag beginnt meistens schon morgens um 6 Uhr. "Da habe ich später mehr vom Tag", sagt der Dormagener, der durch Zufall auf den Beruf des Verfahrensmechanikers aufmerksam geworden war und vor Ausbildungsstart ein dreiwöchiges Praktikum bei "WiguTec" gemacht hat. "Im ersten Lehrjahr habe ich erst einmal den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen gelernt. Wie man zum Beispiel richtig bohrt, feilt und sägt. Auch die Metallverarbeitung habe ich kennengelernt", berichtet Kaya.

Mehr als 1000 unterschiedliche Gummi- und Silikonartikel werden in der Werkstatt hergestellt - von der millimeterkleinen Manschette für Schalt-Instrumente bis hin zum XXL-Dichtungsring für Schiffsmotoren. "Für jedes Formteil muss ein Negativ hergestellt werden, mit dessen Hilfe das Gummi eingespritzt und später vulkanisiert wird", erklärt Kaya, der in der Press-Werkstatt überwiegend damit beschäftigt ist, die Maschinen richtig einzustellen. "Je nach Größe des Formteils ist das immer wieder eine Herausforderung", sagt der 23-Jährige, der im Alltag zudem Gummi- und Silikonteile optisch auf Qualität prüft. Doch genau diese Herausforderungen reizen ihn: "Nur im Büro arbeiten - das könnte ich nicht." Zwischen Hauptschule und Ausbildung hat er ein berufsvorbereitendes Jahr absolviert.

Berufsschule Erkan Kaya besucht zweimal pro Woche das Berufskolleg "Werther Brücke" in Wuppertal, wo auch Fächer wie Pneumatik, Technologie oder Produktionskontrolle auf dem Stundenplan stehen.

Zukunft In der Gummitechnologie-Branche werden ständig ausgelernte Fachkräfte gesucht, die die komplexen Maschinen bedienen können. Viele Betriebe ziehen aber mit der Produktion ins Ausland.

Quelle: NGZ
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