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Serie "unsere Seelsorger"
Ein Ehepaar, eine Pfarrstelle

Neuss. Annette Marianne Begemann und Martin Pilz teilen sich den Arbeitsplatz. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Sie gehen nicht nur gemeinsam durchs Leben, sondern teilen sich auch die Arbeitsstelle: Seit Dezember 2013 sind Annette Marianne Begemann (42) und Martin Pilz (47) als Pfarrerehepaar für die evangelischen Seelsorgebezirke Kaarst-Mitte und Kaarst-Ost zuständig. "Ihr" Gotteshaus ist die Auferstehungskirche und im daneben stehenden Pfarrhaus leben sie mit ihren beiden Töchtern (zehn und sieben Jahre alt).

Pilz stammt aus Essen und wächst mit einer Schwester im Ruhrgebiet auf. "Unser Elternhaus war christlich geprägt und lebte uns überzeugte Traditionen vor", erinnert er sich. Pilz ist in der Jugendarbeit der Gemeinde aktiv. Nach dem Abitur entscheidet er sich, eine Ausbildung zum Bankkaufmann zu machen. Er schließt diese ab und leistet anschließend seinen Zivildienst als Rettungshelfer. "Das hat eine Inspiration in Gang gesetzt", erzählt Pilz. "Ich wollte die Theologie zum Beruf machen." Das Studium führt in nach Bochum und Heidelberg. Sein Vikariat verbringt er in Oberhausen, anschließend wird er unter 40 Mitbewerbern für seine erste Pfarrstelle in Düsseldorf-Eller ausgewählt.

Annette Marianne Begemann stammt von einem Bauernhof in Ostwestfalen. Sie hat noch einen Bruder. Der christliche Glaube spielt von Beginn an eine große Rolle in ihrem Leben: Mehrere Verwandte sind missionarisch tätig und ihr Elternhaus pflegt einen engen Bezug zur Ortskirche. "Große Teile meiner Freizeit habe ich in der Kirche verbracht", erzählt Begemann. "Ich habe dort vor allem Orgel gespielt, im Chor gesungen und Kindergruppen begleitet". Nach dem Abitur möchte sie zunächst Lehrerin für Musik und evangelische Religion werden, doch dann entschließt sie sich zum volltheologischen Studium, zunächst ergebnisoffen. "Heute kann ich mir keinen anderen Beruf als den der Pfarrerin vorstellen", stellt sie rückblickend fest. Beim Studium in Bochum lernt sie im Winter 1993 im Studentenwohnheim Martin Pilz kennen. In Heidelberg und Marburg vollendet sie ihre akademische Ausbildung und schließt noch ein Jahr jüdische Studien in Duisburg an. 2000 heiraten sie und Pilz. In Duisburg-Walsum leistet sie ihr Vikariat ab und teilt sich ab 2006 die Arbeitsstelle mit ihrem Mann in Düsseldorf-Eller.

In Kaarst fühlt sich das Ehepaar längst heimisch. "Wir haben uns die Arbeit nicht funktional aufgeteilt, sondern wir ergänzen uns", erläutert Pilz. Er übernimmt die Schulgottesdienste für die Grundschulen, sie für die Gymnasien. Die Betreuung der Seniorenwohnheime bewältigen sie gemeinsam, ebenso den Konfirmandenunterricht. Bei den Beerdigungen und bei der Gottesdienstgestaltung wechseln sie sich ab. Begemann bevorzugt die "Gelegenheitsseelsorge", die sich bei spontanen Begegnungen ergibt. Das Zuhören ist ihr sehr wichtig. "Ich bin immer ansprechbar", sagt sie. Martin Pilz hingegen sieht eine´ "nachgehende Seelsorge" bei 3500 Gemeindemitgliedern als zwingend notwendig an.

Quelle: NGZ
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