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Neuss
Ein Festival für Leser und Zuhörer

Neuss: Ein Festival für Leser und Zuhörer
Die Autorin Zsuzsa Bánk stellt in der Stadtbibliothek ihren Roman "Schlafen können wir später" vor. FOTO: Gaby Gerstner
Neuss. Die Stadtbibliothek, das Büro von Bürgermeister Reiner Breuer und das Clemens-Sels-Museum sind Schauplätze des 18. Literarischen Sommers in Neuss. Die erste Lesung findet am 6. Juli, die letzte am 8. September statt. Von Helga Bittner

Elf Städte in Deutschland und den Niederlanden, 25 Veranstaltungsorte, 24 Autoren, 39 Veranstaltungen in der Mehrzahl mit Lesungen, aber auch mit insgesamt vier literarischen Spaziergängen zu zwei Themen durch Amsterdam (statt bisher einem) und einer Filmvorführung: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, den Literarischen Sommer ein Festival nennen zu müssen - die Statistik für die mittlerweile 18. Auflage liefert ihn zweifelsfrei.

Mit Herleen und Sittard in den Niederlanden sind zwei neue Städte dabei - was Alwin Müller-Jerina, Leiter der Stadtbibliothek und Kopf des Programmteams mit seinen Mitarbeiterinnen Christine Breitkopf und Marion Kallus, sehr begrüßt. "Und Maastricht ist zum zweiten Mal dabei, so dass das Verhältnis zwischen den Städten diesseits und jenseits der Grenze wieder etwas ausgeglichener ist."

Franzobel bringt seinen Roman "Das Floß der Medusa" mit. FOTO: Dirk Skiba

Sieben deutsche Städte und fünf niederländische machen mit, und in jeder Stadt konnten die Organisatoren ihre Wunschkandidaten für die neue Auflage vom 2. Juli bis 13. September angeben. "60 bis 70 Namen kamen da schon zusammen", sagt Christine Breitkopf. Manche werden gleich aussortiert, weil man wusste, dass die Verpflichtung - aus finanziellen oder zeitlichen Gründen - nicht klappt, bei anderen stellte es sich im Lauf der Verhandlungen heraus.

Aber allein die sieben Lesungen in Neuss belegen die hohe Qualität des Programms.

Lukas Bärfuss erzählt in seinem Buch vom Leben des "Hagard". FOTO: F. Meyer

Lukas Bärfuss hat mehr Theaterstücke als Bücher geschrieben und seit 2001 eigentliche jedes Jahr eine Auszeichnung bekommen. Er stellt seinen Roman "Hagard" (2017) vor, in dem er von einem Mann erzählt, der einer unbekannten Frau folgt. Nur warum? (6. Juli)

Thommie Bayer ist ein künstlerischer Multi: schreibt, malt und macht Musik. Sein Roman "Seltene Affären" ist die Geschichte von Peter, der damit leben muss, dass die Frau, die er liebt, seinen Zwillingsbruder geheiratet hat. (13. Juli)

Japp Robben ist in seiner Heimat Niederlande 2016 für seinen Roman "Birk" mit dem Preis für das beste Buch des Jahres ausgezeichnet worden. Sein Roman spielt auf einer Nordseeinsel, wo Mikael mit seinen Eltern lebt. Bis eines Tages der Vater ertrinkt. (26. Juli)

Franzobel ist einer der populärsten Schriftsteller Österreichs und hat die historisch belegte Geschichte von auf einem Floß ausgesetzten Menschen nach dem Untergang der Fregatte Medusa als Roman "Das Floß der Medusa" in diesem Jahr veröffentlicht. (8. August)

J.J. Voskuil ist auch nach seinem Tod schon seit mehreren Jahren beim Literarischen Sommer vertreten. Markus Andrae liest aus dessen Mammutwerk "Das Büro" im Amtszimmer des Neusser Bürgermeisters. (17. August)

Zsuzsa Bánk wollte schon immer einen Briefroman schreiben, mit "Schlafen werden wir später" hat sie sich den Wunsch erfüllt. Sie beschreibt darin das Leben der Schriftstellerin Márta, die jeden Tag aufs Neue um Freiraum im Alltag für ihre Arbeit kämpfen muss. (5. September)

Ernest van der Kwast beschließt den Literarischen Sommer mit seinem Roman "Die Eismacher". Und weil auch das Clemens-Sels-Museum sich in einer Ausstellung dem "Gelato" und den ersten Eismachern in Neuss widmet, wird die Lesung im dortigen Gartensaal stattfinden. (8. September)

Quelle: NGZ
 
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