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Neuss
Ein junger Chor mit Erfolgsgeschichte

Neuss: Ein junger Chor mit Erfolgsgeschichte
Iskra Ognyanova hat schon lange Erfahrung in der Arbeit mit Kinderchören. Die 35-Jährige stammt ursprünglich aus Bulgarien, hat dort Chorleitung und Toningenieur studiert. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der "Jeki-Sti"-Chor ist ein Zusatzangebot zum "Jeki-Sti"-Projekt in den Neusser Grundschulen. Die Abkürzung "Jeki-Sti" steht für "Jedem Kind seine Stimme". Im Kinder- und Jugendchor singen Schüler aus elf verschiedenen Nationen. Von Katrin Haas

Iskra Ognyanova ist von ihren "Jeki-Sti"-Kindern einfach begeistert: "Sie haben so klare, helle und tragende Stimmen." Zu Beginn der Chor-Stunde wärmt die Musikpädagogin die Stimmen mit den Kindern auf, sie machen Atemübungen und singen das Lied "Guten Morgen, gut geschlafen". "Das singen die Kinder gerne - auch wenn die Tageszeit nicht passt. Sie erinnern mich, falls ich das vergesse." Doch nicht nur die Stimme wird aufgewärmt, auch der Körper: Zu manchen Liedern wird eine Tanz-Choreografie eingeübt. Die Lieder sind oft auch auf Latein, Englisch oder Chinesisch: "Die Kinder geben sich wirklich Mühe das zu lernen. Das Lernen von etwas Neuem und Fremdem macht die Kinder besonders neugierig", sagt Ognyanova.

Die Abkürzung "Jeki-Sti" steht für "Jedem Kind seine Stimme", dem Namen des übergeordneten Musik-Projekts. Im Rahmen dieses Projekts unterstützen Dozenten der Musikschule die Lehrer an allen Neusser Grundschulen. "95 Prozent der Musikstunden in NRW werden fachfremd erteilt", sagt Holger Müller von der Musikschule Neuss. Daher stehen Musikpädagogen den Klassenlehrern seit 2007 für eine Schulstunde pro Woche zur Seite.

"Jeki-Sti" ist ein Modellprojekt des Landes NRW und wird von der Stadt Neuss und der Jubiläumsstiftung der Sparkasse gefördert. Zusätzlich hat sich Holger Müller damals für ein Zusatzangebot zum ursprünglichen "Jeki-Sti"-Projekt stark gemacht - den Chor für besonders singbegeisterte Kinder.

Den Chor gibt es seit 2011, von Beginn an hat Ognyanova die Leitung übernommen. Der Kinderchor richtet sich an Schüler der dritten Klasse, im Jugendchor singen Kinder aus der vierten bis siebten Klasse. Etwa 40 Kinder nehmen an dem kostenlosen Angebot teil. "Es sollen alle kommen, die Lust zum Singen haben", sagt Iskra Ognyanova. Der "Jeki-Sti"-Chor hat schon bei mehreren Wettbewerben mitgemacht: Beispielsweise sangen die Kinder 2011 beim Finale des Mercedes-Chor-Wettbewerbes in Düsseldorf und in diesem Jahr beim Erwitter Kinder- und Jugendchor-Wettbewerb. Dort belegte der "Jeki-Sti"-Chor den fünften Platz mit 21 von 24 Punkten. "Die vorderen Plätze haben Chöre belegt, die es schon seit 50 Jahren gibt, uns erst seit vier", sagt Iskra Ognyanova. Sowieso ist sie ziemlich stolz auf ihre Schützlinge: "Jetzt singen wir auch zweistimmig, dass konnten sie früher nicht." Auch Holger Müller sagt: "Für so einen jungen Chor ist er sehr erfolgreich."

Kinder aus elf unterschiedlichen Nationen singen dort zusammen. Der Ehrgeiz steht erst an zweiter Stelle: "Wir singen Lieder, die Spaß machen." Iskra Ognyanova hat schon lange Erfahrung in der Arbeit mit Kinderchören. Die 35-Jährige stammt ursprünglich aus Bulgarien, hat dort Chorleitung und Toningenieur studiert. Anschließend wurde sie an der Musikhochschule in Düsseldorf angenommen und hat dort weiter Chorleitung, Klavier und Musikpädagogik belegt.

Derzeit arbeitet sie freiberuflich und arbeitet neben dem Jeki-Sti-Projekt mit mehreren anderen Kinderchören zusammen. Ihre "Jeki-Sti"-Kinder können vom Singen nie genug bekommen: "Nach jedem Konzert fragen sie mich: Wann singen wir wieder?", erzählt Iskra Ognyanova.

Quelle: NGZ
 
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