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Serie Neu Im Rlt
Ein Leben zwischen Bühne und Familie

Neuss. Bernhard Glose hat seine Heimatbasis in Wuppertal, möchte in der Nähe bleiben und arbeiten.

Neuss (hbm) Mit dem Mellefont in der Inszenierung von "Miss Sara Sampson" hat Bernhard Glose schon wenige Wochen nach seinem Einstieg eine tragende Rolle übernommen. Allerdings hatte er eine solche auch gerade hinter sich gelassen, bevor der Schauspieler nach Neuss ans RLT kam. Er spielte in Wuppertal den Romeo in Shakespeares bekanntestem Liebesdrama und stand dort noch auf der Bühne, als die Spielzeit in Neuss schon begonnen hatte.

Dass er überhaupt so weit in den Westen gegangen ist - Wuppertal ist heute seine Heimatstadt, dort lebt er auch mit seiner Familie - habe sich ergeben, sagt er. "Ich wollte gerne in der Region belieben", sagt der Vater von zwei Kindern, von denen eines schon in die Schule geht. Also hat er sich selbst beworben und wurde umgehend zum Vorsprechen eingeladen und dann engagiert. Dass er seine Arbeit mit dem Familienleben vereinbaren kann, ist Glose wichtig. In Neuss - so hatte er es schon vorher gehört - werde das respektiert.

Schon in der Schule hat der 32-Jährige gern Theater gespielt, probierte nach Abitur und Zivildienst, an Schauspielschulen anzukommen: "Beim vierten Versuch hat es geklappt." Von 2004 bis 2008 studierte er an der Folkwang Universität der Künste am Standort Bochum, spielte am dortigen Schauspielhaus und ging nach dem Abschluss für vier Jahre an die Städtischen Bühnen Münster. Als dort der Intendant wechselte, ging auch Glose. Er nutzte die Chance und nahm ein Elternjahr, betreute den Neuankömmling in der Familie und sagt heute: "Ich brauchte auch den Abstand vom Theater."

Danach entschied er sich für die freie Arbeit, machte Projekte in Bochum, Köln und Dornach (Schweiz), "die sonst nicht möglich gewesen wären". Die heimatliche Basis blieb Wuppertal, und die wollte er auch nicht aufgeben - es sei denn, es handelte sich um ein temporäres Engagements wie das in Dornach: "Ein halbes Jahr war ich in der Schweiz, wusste aber von Beginn an, dass es terminiert sein würde", sagt er.

Dass er nun mit dem RLT auch Abstecher macht, Theater mal in Schulaulen oder auf anderen kleinen Bühnen spielt, ist für ihn eine neue Erfahrung: "Aber es doch auch was Schönes, mal ganz anders in die Gesellschaft hineinschauen zu können", sagt er. Er spielt Trompete ("das ist mir auch ans Herz gewachsen") und singt auch gerne. Eine Traumrolle hat er erst seit kurzem: "Den Hamlet - mit dem habe ich auch vorgesprochen."

Quelle: NGZ
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