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Neuss
Ein Musikabend voller Ohrwürmer aus den "Roaring Sixties"

Neuss. Die Evangelische Kreuzkirche in Gnadental feiert dieses Jahr mit diversen Veranstaltungen ihr 50-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum standen mit dem singenden Düsseldorfer Journalisten Hans Hoff und dem erzählenden Nideggener Liedermacher Heinz Küppers zwei Akteure auf der Bühne des Gemeindehauses, die den Zeitgeist der Kirchweihe von 1965 wohl kaum authentischer vermitteln konnten. Sind sie doch selber Kinder des Wirtschaftswunders, vor allem aber geprägt durch eine Zeit wunderschönster Musik. Diese dem Publikum noch einmal näherzubringen - für das Duo eine fröhliche und überaus leichte Übung.

In Anlehnung an den Beatles-Klassiker "Fool On The Hill" stecken sich die beiden zu Beginn des Programms eine rote Nase an, ein nicht zu übersehender Hinweis auf einen nicht zu ernsten Vortrag. Einen roten Faden, die zu erobernde Erika nämlich, hat die Geschichte auch. Die beginnt mit der unschuldigen Jugend der Protagonisten, mitten in den "Roaring Sixties". "Diese Zeit haben wir häufig in kirchlichen Einrichtungen, Freizeiten und Jugendhäusern verbracht", sagt Küppers eingangs, "wir sind also quasi wieder am Urort des Geschehens." Was dann folgt ist eine vollgestopfte Jukebox, mit ganz großen Hits, vor allem der Beatles, der Kinks, Procol Harum und vieler anderer mehr. Und aus den Zuhörern wird so ganz nebenbei ein textsicherer Chor, nicht nur bei den Refrains. Immer haben Hoff und Küppers eine passende Anekdote zum Titel des Songs - mal herzzerreißend traurig, mal pubertär komisch. Wenn sich Heinz in Erika verliebt, in seinem Kinderzimmer erste Erfahrungen mit ihr und der Kautschuk verarbeitenden Industrie macht, oder der Klassenkamerad Heinz Josef sich Erika schnappt, begleiten Songs wie "Girl", "Satisfaction" oder "A Whiter Shade Of Pale" den Vortrag: "Ich verstand nichts von den Texten, wusste aber, sie waren für mich geschrieben." Natürlich gilt das auch für Connie Francis' "Die Liebe ist ein seltsames Spiel".

Zwei Stunden später, nach Mary Hopkin's "Those Were The Days", gibt es viel Applaus für einen mehr als kurzweiligen Abend. Und mit wie vielen Ohrwürmern die Zuschauer den Heimweg antreten, lässt sich nur erahnen.

(maho)
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