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Neuss
Ein neuer Garten im Barbaraviertel

Neuss. Der junge Verein "Himmelblaue Traumfabrik" ist zu einem verlässlicher Partner des Jugendtreffs "Offene Tür Barbaraviertel" geworden. Der gestern vorgestellte Zier- und Nutzgarten soll nicht das letzte gemeinsame Projekt sein. Von Christoph Kleinau

Das Schild neben der Tür ist auch ein Versprechen: "Gefördert von Himmelblaue Traumfabrik e.V." steht darauf und auch, warum sich dieser noch junge Verein ausgerechnet für die Offene Tür im Barbaraviertel engagiert: "Kindern ein Lächeln geben". Das soll auch in Zukunft so sein, versicherte gestern Marianne Ingenhoven, als mit der Eröffnung des Garten ein ganz besonderes Projekt zum Abschluss gebracht wurde. Niels Elsäßer, der Leiter des Jugendheims, hörte es gerne. Denn viele solcher Freunde hat sein Haus nicht - und ohne sie bliebe mancher Wunsch unerfüllt.

Die "Traumfabrik". Das sind derzeit 14 Frauen, die sich vor zwei Jahren zusammenfanden. Sie einte der Wunsch, "hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen, die in wirklicher Armut leben, schnell und unbürokratisch helfen" zu wollen, und die Bereitschaft, von ihrem Wohlstand dafür etwas abzugeben. Ganz konkret engagiert sich der Kreis in Weckhoven, wo Musik-, Tanz- und Theaterangebote inszeniert wurde, und seit kurzem im Barbaraviertel.

Vor neun Monaten kam der erste Kontakt zustande, seitdem hat sich einiges getan. Mit Spendengeld der "Traumfabrik" wurde der Kursus "Starke Mädchen" gestartet. Geleitet wird er von der WingTsun-Fachtrainerin Dagmar Kann-Coomann, die Kindern ab zehn Jahren vermittelt, "man selbstbewusst auftritt, Konflikte vermeidet, wenn nötig aber auch effektiv beendet". Diesem Sozialprojekt in der offenen Jugendarbeit werden mit einer "Anti-Mobbing-Schulung" für Grundschüler und einem Gewaltpräventionstraining für Jugendliche ab 12 Jahren bald weitere folgen. "Der Bedarf dafür ist da", sagt Elsäßer - Geld auch. Dank der "Himmelblauen Traumfabrik", die dem Barbaraviertel jetzt einen neuen Garten geschenkt hat.

Die Idee dazu wurde zum Teil aus der Not geboren, denn Pfingststurm "Ela" nahm 2014 auf das Außengelände des in der ehemaligen Barbaraschule eingerichteten Treff wenig Rücksicht. "Es sah katastrophal aus", erinnert sich Elsäßer. Er wollte aber nicht nur etwas reparieren, besser: restaurieren, sondern mit einem Nutz- und Ziergarten etwas Neues schaffen und den Kindern im Treff ein Naturerlebnis ermöglichen. "Viele wussten vorher gar nicht, wie und wo zum Beispiel ein Kürbis wächst", sagt er. Nun wachsen solche Pflanzen für alle zu beobachten direkt vor der Treff-Tür.

Die "Traumfabrik" gab Geld, ohne auf irgendein Mitspracherecht bei dessen Verwendung zu pochen. Das blieb den Kindern überlassen, die an der Stelle eines verkrauteten Beetes eine Liegewiese haben wollten und in ihrem Garten Dinge, die man auch essen kann: Radieschen, Salat, Erbsen, Rhabarber, Kürbis. Die erste Ernte steht bald an, doch soll sie nicht komplett verputzt werden. "Ich hoffe, dass wir auch Samen ernten können", sagt Elsäßer, "so dass wir schon zum Winterausklang in der Einrichtung die ersten Pflanzen ziehe können." So wird der Garten, hinter dessen Holzzaun auch Zierpflanzen wie Flieder oder Lavendel als "Insektenweide" oder aber Küchenkräuter wachsen, zu einem Ganzjahresprojekt werden.

Quelle: NGZ
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