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Serie Unsere Seelsorger
Ein Pfarrvikar mit musikalischem Talent

Neuss. Pater Mathäus Mailady hat eine Musik-Akademie gegründet und mehr als 100 Lieder komponiert. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Überall dort, wo er wohnt, fühlt er sich wohl. Pater Mathäus Mailady meint damit auch Kaarst. Dort ist er seit September 2013 als Pfarrvikar - ein Pfarrer, der für Teilbereiche verantwortlich ist - tätig. Es war ein weiter Weg bis ins Rheinland.

1947 wird Pater Mathäus im indischen Kerala als eines von acht Kindern geboren. Sein in einem Buch festgehaltener Stammbaum lässt sich bis ins Jahr 466 zurückverfolgen. "Irgendwann wurde ein Hindu Christ und seitdem wurden alle Nachfahren getauft", erzählt Pater Mathäus. So erklärt sich, dass er in einem sehr religiösen Elternhaus aufwächst. "Meine Mutter war die personifizierte Liebe", erinnert er sich und zeigt stolz ein Bild der gesamten Familie. Sein kürzlich mit 106 Jahren verstorbener Vater arbeitet in einem Lebensmittelgeschäft und hat wenig Zeit. Umso mehr kümmert sich die Mutter um die Kinder. Mit 17 Jahren kommt Pater Mathäus ins Kloster der Missionarischen Kongregation vom heiligsten Altarsakrament. "Das war damals für mich normal und nichts Ungewöhnliches für unsere Familie. Ich besuchte dort den Unterricht und studierte später Philosophie und Theologie. Nach der Priesterweihe lehrte ich indische Geschichte", erzählt er. Außerdem lebt er sein musikalisches Talent aus und komponiert mehr als 100 religiöse Lieder, die auch auf CDs in Indien erscheinen. Schließlich gründet er die "International academy of music and arts" in Kerala, der er als "Chairman" vorsteht und die in Zusammenarbeit mit der University of West London zertifizierte Kurse gibt.

1979 ereilt ihn der Ruf nach Deutschland. Sechs Monate lernt er die Sprache, bevor er in Augsburg seine erste Stelle antritt. Seit 2004 ist er im Erzbistum Köln aktiv. "Immer bin ich als Missionar tätig gewesen", fasst er seine Arbeit zusammen. "Jeden Tag versuche ich vor Gott ein Mensch zu werden! Das ist eine lebenslange Aufgabe und ob sie gelingt, wird später geklärt", sagt er und fügt hinzu: "Und jeden Tag möchte ich in Wort und Tat Liebe leben und auf Augenhöhe mit den Menschen bleiben."

Kulturelle Unterschiede gibt es für ihn nicht. "Wir sind alle Menschen und im Prinzip gleich", befindet Pater Mathäus. Wenn es ihm schlecht gehe, so sei er als Priester selbst daran schuld. Der Mensch bleibe ein Werkzeug Gottes und es gehe ihm darum, die Würde jedes Einzelnen zu spüren.

In Kaarst ist er für die Betreuung der KFD-Vertretungen zuständig (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands), für die Freunde des alten Dorfes, den Ortsausschuss Holzbüttgen und natürlich für die Sakramentenspendung und die Gottesdienstfeiern. Er lobt die gute Zusammenarbeit mit den anderen Seelsorgern der Pfarreiengemeinschaft. In seiner Freizeit liest er gern, kocht indische Gerichte und spielt Badminton.

Quelle: NGZ
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