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Neuss
Ein Schützenfest für einen Tag

Neuss: Ein Schützenfest für einen Tag
Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser (r.) konnte im Vorjahr Thorsten und Conny Stein als neues Bezirkskönigspaar vorstellen. Sie sind jetzt Gastgeber. FOTO: woi
Neuss. Das Königsvogelschießen des Bezirksverbandes Neuss wird zum zweiten Mal in Folge von den Schützenbrüdern der Sebastianer Neuss-Furth ausgerichtet. Ihr amtierender König aber tritt zu diesem Wettkampf nicht an. Von Christoph Kleinau

Aus dem Hattrick wird nichts. Nach zwei Jahren in Folge wird der Titel des Bezirkskönigs sicher nicht ein drittes Mal an die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth gehen, denn Christian Wimmer tritt nicht an. Das Komitee hatte den amtierenden Schützenkönig auf der Furth zwar zu überzeugen versucht, diese Chance zu ergreifen, doch der 31-Jährige blieb konsequent: "Auf Bezirksebene hatte und habe ich keine Ambitionen", sagt der Hornist im Tambourcorps "In Treue fest" und muss der Richtigkeit halber anfügen: Zeit hat er auch nicht dafür. Denn schon jetzt ist er fast jedes Wochenende als Schütze auf Achse.

So fällt die Entscheidung beim Bezirks-Königsvogelschießen am Samstag, 18. Juli, ohne Further Beteiligung, aber auf Nordstädter Boden. Denn weil die Bruderschaft mit Thorsten und Conny Stein im zurückliegenden Jahr den Bezirkskönig stellte, ist sie Ausrichter dieses Gipfeltreffens, zu dem der Bezirksverband Neuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft einlädt. So wie die Nordstadt schon 2014 Austragungsort des Schießens war, weil im Jahr zuvor mit Thomas Loebelt ebenfalls ein Further St.-Sebastianer Bezirkskönig werden konnte.

Mit dem Festzug vom Treffpunkt Fackelbauhalle zum Kirmesplatz beginnt das Königsvogelschießen des Bezirksverbandes auf der Furth.

Die Organisation ist für die gastgebende Bruderschaft eine echte Herausforderung. "Ein Schützenfest an einem Tag", sagt Pressesprecher Torsten Klein, denn der Aufwand ist fast der gleiche. Seit dem Abschluss der Further Pfingstkirmes dreht sich fast alles um die Vorbereitung dieses Ereignisses. Rund um den Schützenpräsidenten Rolf Stein und den geschäftsführenden Vorstand bildete sich ein Arbeitskreis, zu dem nicht weniger als 50 Schützen kamen. Sie werden unter anderem bei der Bewirtung der Gäste benötigt, der wichtigsten Einnahmequelle des Gastgebers. "Die Kosten für das Schießen tragen wir, dürfen aber Speisen und Getränke verkaufen", sagt Pressesprecher Klein. Ob die Rechnung aufgeht? "Wir hoffen am Ende auf eine schwarze Null", erklärt Klein.

Als Gastgeber der 18 Bruderschaften, die im Bezirksverband Neuss zusammengeschlossen sind und 10 000 Uniformierte repräsentieren, müssen die Further Schützen für alles sorgen: ein Festzelt, die Musik, die Beköstigung und einen reibungslosen Ablauf. Das heißt auch, das ein Festumzug mit einem letzten Vorbeimarsch an dem amtierenden Bezirkskönig vorbei organisiert und mit Behörden wie der Stadt und der Polizei abgesprochen wird.

Mit diesem Festzug beginnt das Bezirkskönigsvogelschießen um 13 Uhr. Zuvor treffen sich alle Gäste ab 12 Uhr an der Fackelbauhalle um von dort über Neusser Weyhe, Venloer Straße und Kaarster Straße zum Kirmesplatz zu marschieren. Dort ist der Vorbeimarsch geplant. Die Begrüßungsworte von Rolf Stein als Gastgeber und dem Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser leiten gleich in die Wettkämpfe über. Die werden von Reiner Göttges, dem Schießmeister der Further Bruderschaft, und Bezirksschießmeister Wilfried Schlösser überwacht.

Gibt es einen Favoriten nach dem Rückzug der Further? "Ich glaube, dass es Josef Hoster von der Bruderschaft aus Büttgen schaffen will", sagt Torsten Klein. Die feiert in diesem Jahr ihr 600-jähriges Bestehen und richtet im September das Bundesschützenfest aus.

Quelle: NGZ
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