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Neuss
Ein Vierteljahrhundert auf dem Skateboard unterwegs

Neuss: Ein Vierteljahrhundert auf dem Skateboard unterwegs
Für den 40 Jahre alten Stefan Aring gibt es in sportlicher Hinsicht nichts Schöneres als Skaten. das hat auch einen sozialen Nutzen, sagt er. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Skater haben oft ein falsches Rebellenimage, findet Stefan Aring. Der 40-jährige Schreiner aus Düsseldorf fährt seit seinem 14. Lebensjahr auf dem Rollbrett, das für viele die Welt bedeutet. "Das Skateboard habe ich nicht mehr losgelassen. Von Elisabeth Keldenich

Es wurde mein ständiger Begleiter, hat alle Sportarten abgelöst und ist Freizeitsport Nummer eins. Das Skaten ist ein gutes Ventil, um mich auszupowern", sagt Aring.

Das Skateboard sei kein Kinderspielzeug, das Alter der Fahrer bewege sich zwischen vier und 60 Jahren. Somit sei das Ganze ein echter Generationensport, erklärt er. Ursprünglich stammt das Skateboardfahren aus Kalifornien. In den 1960er Jahren fuhren Surfer, wenn es keinen Wellengang gab, einfach Treppenstufen herunter. Daraus entwickelte sich eine eigene Sportart mit englischen Ausdrücken, die 2020 olympisch werden soll.

Es gibt viele verschiedene Disziplinen, unter anderem Halfpipe, Slalom und Freestyle. Beim "Street-Skating" werden Bordsteine, Treppen oder Geländer genutzt, beim "Transition-Skating" etwa Rampen oder Pools. Aring bevorzugt das Fahren auf Rampen und in Pools. Mehr als Ellenbogenschützer braucht er nicht mehr, seitdem er in seiner Jugend auf selbst gebauten Rampen übte. Deutschland sieht er noch als Entwicklungsland für Parks, in denen die Skater ihrem Hobby am besten frönen können. Die Beneluxländer seien da viel weiter, sagt Aring. Nur in Köln gäbe es schon fünf Parks und eine wetterunabhängige Halle.

Deshalb liegt ihm der Bau der neuen Anlage im Rennbahnpark in Neuss auch so am Herzen. Am besten mit abendlicher Beleuchtung, wünscht sich Aring. Zusätzlich schweben ihm wohnortnahe Möglichkeiten vor, die keinen Eintritt kosten und Nutzungsflächen für Skater als Grundbestandteil öffentlicher Parks. Die teure Anschaffung sei aber von großem Nutzen, denn Skaten habe vor allem auch einen sozialen Faktor, findet Aring. Da treffen sich Gleichgesinnte, jeder sei willkommen, spüre die Unvoreingenommenheit der Skater, erklärt er.

Das Skateboard ist das verbindende Element. Er selbst hat auch schon Kindern das Fahren beigebracht: "Nach einer Stunde lachen sie wieder." Von daher sieht er in diesem Sport große Chancen für die Inklusions- und Flüchtlingsarbeit. Der Wettbewerb steht nicht im Vordergrund. Auch wenn es viele Skater gäbe, seien sie nicht richtig organisiert, gibt Aring zu. Vereine gibt es nur in größeren Städten.

Quelle: NGZ
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