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Neuss
Eine Einladung ins Schloss Bellevue

Neuss: Eine Einladung ins Schloss Bellevue
Cathrin Linnartz reiste mit ihrer Begleitung André Lucassen nach Berlin. FOTO: Linnartz
Neuss. Bundespräsident dankt Cathrin Linnartz für ehrenamtliches Engagement. Von Simon Janssen

Rechnung, Werbung - oh, eine Einladung vom Bundespräsidenten. Einen ähnlichen Gedankengang wird Cathrin Linnartz vor den Sommerferien nach dem täglichen Blick in den Briefkasten gehabt haben. "Ich war wirklich sehr überrascht", sagt die 33-Jährige über den nicht alltäglichen Schrieb.

Doch was steckt dahinter? Seit rund zehn Jahren betreut die Neusserin eine Theatergruppe in der JVA Remscheid. Jeden Donnerstag fährt sie dorthin, um mit den Häftlingen Stücke einzuüben. Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielt Cathrin Linnartz nun eine Einladung nach Berlin ins Schloss Bellevue - von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Knapp 4000 weitere Ehrenamtler nahmen an dem sogenannten Bürgerfest teil, in dessen Zentrum Initiativen, Organisationen und Unternehmen stehen, die ihre ehrenamtliche Arbeit vorstellen. Daneben wurden ein Kinder- und Jugendprogramm, Live-Musik (unter anderem von Max Mutzke), Theateraufführungen, Gesprächsrunden und sportliche Aktivitäten sowie Rundgänge durch Schloss angeboten. Und natürlich bedankte sich der Bundespräsident persönlich am ersten Abend des sich über zwei Tage erstreckenden Bürgerfestes auch persönlich für das Engagement der Ehrenamtler.

"Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien die Ehrenamtler ausgewählt werden, aber ich freue mich sehr", sagt Cathrin Linnartz, die Anfang des Jahres bereits vom Justizministerium für ihre Tätigkeit in Remscheid ausgezeichnet wurde.

Während der drei Stunden spielt auch der soziale Aspekt stets eine große Rolle. "Die erste halbe Stunde trinken wir Kaffee, dabei können die Häftlinge erzählen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Etwa, ob sie ihre Kinder gesehen haben oder ob es Neuigkeiten vom Anwalt gibt", sagt die 33-Jährige.

Aktuell stehen die Proben für ein Stück namens "Am Arsch wie Räuber" auf dem Programm. Wenn alles glatt läuft, soll es im November aufgeführt werden. "Wir haben es im vergangenen Jahr zusammen mit den Insassen geschrieben", sagt die Ehrenamtlerin. In dem Stück geht es um den Haftalltag. "Wir versuchen jedoch, ihn ein wenig humoristisch darzustellen, damit das Stück nicht zu traurig wird".

Quelle: NGZ
 
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