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Neuss
Eine neue Firma soll Ausbau des Hafens in Reisholz prüfen

Neuss. Eine Tochtergesellschaft der Neuss-Düsseldorfer Häfen soll eine Machbarkeitsstudie für den Hafenausbau erstellen. Von Thorsten Breitkopf

Eine neue Zweckgesellschaft soll den Ausbau des größtenteils brachliegenden Reisholzer Hafens entscheidend voranbringen. Diese Firma soll die seit langem geplante Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Nach Informationen unserer Redaktion wird die Industrie-Terrain Reisholz (IDR) eine Tochterfirma mit diesem Ziel gründen. An dieser soll sich die Gesellschaft "Neuss-Düsseldorfer Häfen" (NDH) zu wahrscheinlich 50 Prozent beteiligen. Hintergrund dieser Beteiligungsstruktur dürfte sein, dass die Stadt Düsseldorf durch die 100-Prozent-Tochter IDR größeren Einfluss auf den Ausbau des Hafens hat, als durch reines Planungsrecht.

Denn die Firma Neuss-Düsseldorfer Häfen"gehört zu 50 Prozent indirekt der Stadt Neuss, die anderen 50 Prozent werden von den Düsseldorfer Stadtwerken gehalten. An diesem Versorger ist die Stadt Düsseldorf aber nur zu 25 Prozent beteiligt, Hauptaktionär ist EnBW und außerdem die Kölner Rheinenergie. Wäre die Hafengesellschaft also alleinige Trägerin der neuen Zweckgesellschaft, wäre Düsseldorfs Einfluss gering. Der Aufsichtsrat der IDR hat den Plan zur Gründung der neuen Tochter bereits abgesegnet.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Düsseldorfer Rathauses soll die Machbarkeitsstudie für den Hafenausbau "vollkommen ergebnisoffen verlaufen". Das hieße, dass diese Studie auch zu dem Ergebnis kommen könnte, der Hafenausbau in Reisholz sei überflüssig oder zum Schutz von Anwohnern und Natur nicht vertretbar. Beobachter gehen davon aus, dass die Machbarkeitsstudie dem Hafenausbau eher genau das bescheinigt, was sie im Namen trägt: die Machbarkeit. Wann die Studie fertig wird, ist unklar.

Im Düsseldorfer Süden gibt es in der Bevölkerung zum Teil Vorbehalte gegen einen Ausbau. Die Bürgerinitiative Hafenalarm stellt sich gegen die Pläne. Sie fürchtet vor allem Lärm und mehr Lkw-Verkehr. Auch die angrenzenden Naturschutzgebiete sehen sie in Gefahr.

Bisherige Entwürfe planen einen dreiteiligen Hafen in Reisholz. Wie auch heute soll dort Schüttgut verladen werden, ebenso werden große Stückgüter verschifft. Dritte Säule könnte ein Containerterminal werden. Logistikexperten erwarten einen deutlichen Anstieg des Container-Aufkommens in der Binnenschifffahrt. So verschifft etwa der Düsseldorfer Rohrhersteller Vallourec seine nahtlosen Rohre schon heute per Container ab Duisburg.

Quelle: NGZ
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