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Neuss
Eine Theaterreise zu den Planeten der Farben

Neuss. Kinder präsentierten ein Stück, das sie sich in der Theaterwoche des Theaters am Schlachthof selber ausgedacht haben.

Das Leben ohne Farben ist eintönig und langweilig. Diese Erfahrung machen die Menschen auf dem weißen Planet jeden Tag. Bei "Mensch ärgere Dich nicht" müssen alle mit einer Farbe spielen, Verkehrsschilder sind nicht zu lesen, und an der Imbiss-Bude gibt es nur "Pommes weiß/weiß".

Deswegen schickt der König seine Kundschafter ins Weltall. Dort entdecken sie das Grünland, den blauen König und den roten Planeten. Überall müssen die Menschen mit nur einer Farbe leben. Allerdings auf jedem Planeten mit einer anderen. Die Kundschafter sollen die Farben sammeln und sie mit nach Hause bringen.

Davon handelt das Theaterstück "Einmal Weltall und zurück", das 32 Kinder zwischen zehn und 14 Jahren am Freitag im Theater am Schlachthof (TaS) aufgeführt haben. Zuvor hatten sie das Stück innerhalb von nur einer Woche im Theaterworkshop des TaS erarbeitet. Der wird gefördert vom "Kulturrucksack NRW" und ist Teil des Sommerferienprogramms der Stadt Neuss. Die Kinder sind eine Woche lang jeden Tag zwischen 10 und 16 Uhr ins TaS gekommen. Aufgeteilt in vier Gruppen arbeiteten sie an dem Theaterstück. Lediglich die grobe Handlung ist von den betreuenden Künstlern vorbereitet. Den Großteil erarbeiten die Kinder selbst.

Etwa die vielen Farb-Wortspiele: "Gib uns unser täglich Rot" beten die Gläubigen etwa zur großen weisen Tomate auf dem roten Planeten. Und im Grünland werden sich zwei Freundeskreise einfach nicht grün, weshalb sie ihr Gegenüber als "Grünschnabel" bezeichnen, bevor sie grünes Licht für die Freundschaft geben. Dem blauen König schließlich wird das alles irgendwann zu bunt.

Doch die Geschichte hat ein Happy End. Natürlich gelingt es den Kundschaftern des weißen Planeten, mit den drei Farben im Gepäck zurück nach Hause zu kommen. Das ändert alles im sterilen weißen Land. Wie aus dem Nichts fliegen hunderte bunte Luftballons auf die Bühne. Dazu hüpfen und tanzen die Kinder zu Depeche Modes "I just can´t get enough". Ein schönes Abschlussbild. Eltern und Großeltern im Publikum klatschen begeistert.

Das Sommerprogramm des TaS erfreut sich schon lange großer Beliebtheit. Vor vier Jahren wurde das Konzept überarbeitet. Wo vorher auch Lehmhütten gebaut, getrommelt und gemalt wurde, steht nun das Theaterspielen stärker im Fokus. Nach wie vor ist ein warmes Mittagessen für die Kinder fester Bestandteil.

Außerdem wurde die Woche entzerrt und in zwei Altersklassen unterteilt. Das neue Konzept sieht zwei Termine vor. So spielten in der Vorwoche schon die Sechs- bis Zehnjährigen ein Stück unter dem Titel "Fluch der Meere". Darin ging es um Piraten, Meerjungfrauen und Seeungeheuer. Bunt ging es natürlich auch dabei zu.

(jahu)
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